Körper, Lust und Liebe

Die tantrischen Versprechen

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Die erste echte Wieder-Annäherung an meinen Körper und meine Sexualität seit ca. sieben/acht Jahren sollte es werden.... Es gab kleinere Versuche, aber diesmal ist es wirklich dran. Nicht halbherzig, nicht hinterherlaufend, sondern niegelnagelneu. Ein richtiger Anfang, der alles, was ich bin und war und was ich jetzt bin und sein werde integriert. So war der Plan. 

 

Der Ort: das ZEGG. Klar. Schließlich wohne ich um die Ecke und das ZEGG ist ja nun mal für die Forschungsreisen in die Sexualität berühmt. Also, wenn schon Tantra-Seminar, dann hier. Aber ich merke schon nach sehr, sehr kurzer Zeit, das mich viele kleine Dinge stutzen lassen. Details, die nicht stimmig sind für mich. Begrüssungsrunden, die fehlen. Rahmen, die nicht ausgesprochen werden und damit auch energetisch fehlen. Massagerunden, die in den Raum hineingepoltert kommen, als würden sie vom Himmel fallen, ohne echte Übergänge oder innere Vorbereitung. Irgendwie fühle ich mich verloren in einem zerrupftem Ganzen, in dem ich keine Form oder Struktur erkennen kann. Ich vermisse, was ich schon kenne. Klarheit. Wahrung von Grenzen. Die Freiheit, wirklich nein zu sagen. Männliches Feuer. Ich vermisse Achtsamkeit. Vor allem das. Achtsamkeit.

Seminarleiter, die sich während einer Massagerunde ständig leise unterhalten, sind für mich Störfaktor, keine Unterstützung. Ein Forum, in dem sich nicht einfach nur gezeigt werden kann, ohne Einschreiten und statt dessen eine Theaterrunde mit Elementen der Familienaufstllung entsteht - ungefragt und unangekündigt natürlich - lässt mich zurückzucken. Und als es dann noch an intensivste Atemübungen geht, bei denen neben peitschender Musik auch die drängenden Anfeuerungsstimmen dazukommen, bin ich endgültig draußen. Seminarende für mich, nach nur knapp 2 Tagen von 7.

 

Wo bin ich hier gelandet? Wo bin ich in mir gelandet? Ich kenne so viele Tantra-Seminare. Ich kenne auch diese intensiven Übungen, die laute Musik. Ich kenne alle Elemente, aber hier passen sie nicht zusammen. Nicht für mich. Ist mit mir irgend etwas passiert? Bin ich anders? Lasse ich mich schlichtweg nicht mehr führen? Bin ich nach all dem eigenen Führen nicht mehr in der Lage, einfach loszulassen und mich hinzugeben in den Fluß eines Seminars? Ist es nicht mehr der richtige Ort für mich? Ist es nicht mehr meine Form? Muss ich jetzt immer selbst Seminare machen, um es mal so zu erleben, wie ich es mir wünschen würde? Sind meine Erwartungen zu hoch? Was ist los?

 

Die Botschaft aus meinem Inneren, ist klar. "Verlasse den Raum. Geh." Doch warum? 

 

Es braucht einige Tage, um zu sortieren. Um zu begreifen, das es nicht um Tantra-Seminare an sich geht. Das es auch nicht um Sexualität und Körperlichkeit geht. Es geht nicht um's Loslassen und mich hingeben können und es geht auch nicht um Projektionen. Es geht eigentlich nur darum, das diese beiden Menschen, die das Seminar leiten, nicht diejenigen sind, von denen ich mich leiten lassen möchte. Es passt nicht. Es passt hinten und vorn nicht. Ich brauche etwas anderes. Ich brauche Struktur. Klarheit. Offene Kommunikation. Einbeziehung aller Teilnehmer. Grenzen. Ich suche nicht nach dem unfehlbaren Seminarleiter, der es sich auf einem Podest gemütlich macht, den ich gebaut habe. Nein, ich glaube, durch das Szenario bin ich ausreichend gereist. Wirklich.

Ich brauche einfach nur Menschen, die einen Raum aufbauen und halten können, in dem ich mich fallen lassen und erfahren kann. Selbstverantwortlich. Weil nur ich entscheiden kann, was für mich jetzt stimmt. Das war hier nicht der Fall. So einfach. So simpel. 

 

Und so langsam dämmert es mir, das mein Seminar, so wie es war, perfekt gewesen ist. Wirklich perfekt. Denn ich habe das gelernt, was meine Seele auf der Agenda hatte. Vor jedem anderen Punkt. Ich kann mich nicht ins Feiern meiner Sexualität begeben, wenn ich mir selbst noch nicht vertraue. Ich kann mich nicht auf einen anderen Menschen einlassen, wenn die Gefahr des Mißbrauchs in meinem Zellen noch präsent ist. Ich kann nur dann wieder wirklich sexuell und damit vollkommen ungeschützt und offen einlassen, wenn ich erfahren habe, das ich mich wirklich auf mich selbst verlassen kann. Wenn ich erlebe, das es keine Mißbräuche mehr geben kann, weder emotional, noch spirituell, noch energetisch und schon gar nicht körperlich, weil ich es nicht zulasse. Weil meine Antennen, meine Inutition und meine innere Stimme funktionieren. Und, weil ich auf alle drei höre. Mehr als auf jede äußere Stimme.

Ich habe den Mut dazu. Ich habe die Kraft dazu. Ich habe die Entschlossenheit dazu. Ich habe keine Angst mehr vor Reaktionen. Ich habe keine Angst mehr vor Urteilen, Liebesentzug, Ausgeschlossen werden oder Einsamkeit. Ich gehe mit meiner Wahrheit. Wow!!!

 

Was für ein Ergebnis! Was für eine Freiheit. Nicht nur in diesem Bereich. In jedem, jedem Einzelnen meines Lebens. Denn das bedeutet auch die innere Freiheit mit den Regeln und Normen von Gesellschaften, Kulturen, Politik und Regierungen genauso klar und selbstbestimmt umzugehen. Ich vertraue mir. Punkt. Zuallererst und vor allem Anderen. 

 

Jetzt kann das Feiern kommen... Das nächste Tantra-Seminar ist schon gebucht... Silvester. Am Bodensee.... Und das einzige, was ich dazu im Augenblick spüre, ist pure Lebensfreude.... ;-)

 

 

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