Gemeinsam

Das Ende der Eremitin

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Wie lange habe ich meinen Weg allein gesucht? Wie lange habe ich geglaubt, das ich meinen Weg getrennt von den Anderen gehen muss? Immer. Solange ich zurück denken kann. Natürlich, die Welt ist voller Menschen, aber ich habe mich nicht dazu gehörig gefühlt. Nicht wirklich. Auch wenn äußerlich alles gut ausschaute, aber innerlich war ich nicht wirklich Teil des Ganzen. Ich habe mir schöne Konzepte drumherum ausgedacht. Und es gab auch jede Menge Gründe, angesammelt in vielen Leben, die mich vor Gruppen jeder Form zurückschrecken ließ. Gruppen, die ich nicht selbst kontrollieren konnte.

 

Meine Erfahrungen waren glaubensbestätigend. Gruppen sind für mich gefährlich. Sie haben mich auf Scheiterhaufen landen lassen. Sie haben mich verlacht. Sie haben mich zur Aussätzigen gemacht, ins Abseits gedrängt und mir immer wieder zu verstehen gegeben - wir wollen nicht wirklich etwas mit dir zu tun haben. Mit einer bestimmten Fähigkeit, ja. Mit einer bestimmten Funktion, o.k. Mit einer bestimmten Einstellung, klar. Aber nicht so, wie du eigentlich bist. Das interessiert uns nicht. Schlimmer noch, es bedroht uns. Wir werden dich bekämpfen. Das habe ich auch in diesem Leben angezogen, wie ein Magnet.

 

Ich dachte, es müsste so sein. Ich dachte, es wäre meine Rolle, meine Position, mein Schicksal. Unabänderlich. Und ich habe Erklärungen gesucht. Keine war wirklich dauerhaft oder rundrum zufriedenstellend. 

 

Was ich jetzt weiß, ist das ich mir diese Erfahrungen selbst erschaffen habe. Wieder und wieder. Ich wollte erfahren, wie es ist, allein zu sein. Etwas, das eigentlich unmöglich ist, als ein Wesen, das aus der Einheit kommt. Abgetrennt sein von allem Anderen? Wie sollte das gehen. Nun, ich habe es geschafft, mit hundertprozentig so zu fühlen. Bingo. Volltreffer. 

 

Ich habe mir die Umstände gebaut, ich habe genau die Menschen und die Gruppen dafür in mein Leben geholt, die mir diese Erfahrung bescheren konnten. Wie ein Weihnachtsgeschenk. Ich hatte nur vergessen, das ich darum selbst gebeten habe. 

 

Doch jetzt kommt etwas in Bewegung. Und ich weiß, das dieses Jahr unter diesem Stern stehen wird. Es ist der Beginn eines Gefühls von Zugehörigkeit. Eines Gefühls von Verbundenheit. Von Gemeinschaft mit anderen Menschen. 

 

Wie das ausschauen kann? Keine Ahnung? Was alles geschehen wird? Das ist ein Abenteuer. Aber ich weiß, es ist genau der nächste Schritt. Die Zeit des Alleinseins ist vorbei. Die Zeit der Einzelkämpferin neigt sich dem Ende entgegen. Und die Eremitin darf ihre Klause verlassen. Langsam. Vorsichtig. 

 

Es wird ein spannendes Jahr voller Wandel und Veränderung. Soviel ist klar... Ein Jahr, um aus dem Schneckenhaus zu lugen und frischen Wind zu schnuppern. Ein Jahr, das mich ganz offiziell wieder dorthin zurückzuführen beginnt, von wo aus ich einmal gestartet bin. Aus der Einheit mit allem, was existiert. Das Pendel neigt sich in die andere Richtung. Ganz bewußt. 

 

Ein zentraler Punkt wird der Gemeinschaftskurs im ZEGG werden... Im März und April. Fünf Wochen Gemeinschaft.... Das komplette Experimentierfeld. Ich habe genauso viel Angst davor wie Zuversicht. Beides hält sich die Waage und mittendrin hüpft meine Seele und freut sich wie ein Kind. 

 

Auf geht es, also. Auf in eine Welt des WIR.... Von der Insel der Einsamkeit in ein Feld des Zusammen... Neuland. Auf dieser Erde ist das für mich absolutes Neuland. Ich spüre meine Unbeholfenheit. Es ist nicht so, das ich nicht mit Menschen kann, absolut nicht. Aber das hier ist anders. Es ist ein "zusammen" in wirklicher Verbundenheit, Offenheit, Liebe und Vertrauen in meine Instinkte. Ich brauche nicht mehr zurückzuschrecken. Es wird mir nichts mehr passieren. Weil ich keinen Grund mehr habe mich selbst durch andere zu verletzen. Es gibt keinen Grund mehr, das alte Glaubensgebäude aufrecht zu erhalten. Und wenn es doch geschieht, dann weiß ich jetzt zumindest, das ich der Absender bin. Niemand sonst.... 

 

Ich bin wirklich neugierig.... Auf dieses Jahr.... Willkommen 2019!

 

 

 

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