Liebe umgeben von Liebe

Ein völlig neues Lebensgefühl

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Ich wollte immer Liebe sein, in dieser Welt. Nichts als Liebe. Reine, pure Liebe. Damit bin ich auf diese Erde gekommen. Mit diesem Wunsch und diesem Wesen. Und damit in eine Welt, die diese Liebe überhaupt nicht mehr kennt. Es war mir nie bewußt, wie sehr Jeder von uns wirklich verletzt wurde von etwas, das eigentlich das Schönste ist, das wir sein kennen. Und wie extrem das unsere Welt gestaltet. 

 

Es war mir niemals wirklich bewußt, wie tief diese Verletzungen reichen. Und wie sehr wir alle darauf ausgerichtet sind, uns zu schützen, weil wir niemals, wirklich niemals erlebt haben, das unsere Umgebung uns tatsächlich so liebt, wie sie es zu tun vorgibt.

 

Wir leben in einer Welt der Mauern. Jeder von uns hat sie um sich herum erbaut, um sich zu schützen. Jeder musste sie um sich herum erbauen, denn ohne Schutz wären wir alle verloren gewesen. Denn wir kennen keine Welt, die uns in unserem eigenen Interesse unterstützen möchte, so wie es Liebe tut.

 

Wir kennen keine Welt, die uns Flügel verleihen möchte, damit wir unabhängig, stark und frei unserem Weg folgen können. Wir kennen nur eine Welt, die das zu sein vorgibt. Eine Welt, die vorgibt, der Wind unter unseren Flügeln sein zu wollen, aber unter der Oberläche das genaue Gegenteil tut. Wir kennen nur eine Welt, die uns benutzen will, unsere Kraft, unser Geld, unsere Fähigkeiten, um den Interessen Anderer zu dienen. Um sie zu stärken. Aber nicht uns selbst. Wir kennen nur eine Welt, die feindlich ist. Versteckt, offen, subtil, aber immer feindlich. Wir haben nur die Erfahrung gemacht, das wir ohne unseren Schutz verloren sind. Das es uns auseinanderreißt. Unser Herz zertrümmert und unsere Seelen zerstückelt. Wir kennen nur eine Welt, die verletzt und zerstört. Deshalb mussten wir uns immer schützen. Immer. Deshalb herrscht soviel Mißtrauen, soviel Angst voreinander. Deshalb ist diese Welt, in der wir leben ein ewiger Kriegsschauplatz mit einigen wenigen Atempausen, die wir abgehetzt und müde erreichen und in denen wir kurz innehalten, um dann weiter zu kämpfen. Um unser Recht auf Sein. Auf Blühen. Auf Leben. Und darauf gemeint und geliebt zu werden. 

 

Deshalb zanken sich unsere Politiker bis auf's Blut. Deshalb schafft es die UN niemals, mehr als leere Resolutionen zu verabschieden. Deshalb drehen wir uns im Kreis, wie eine Katze, die ihrem eigenen Schwanz hinterherjagt. 

 

Jemand müsste anfangen, sich zu öffnen und dabei zu riskieren, das die Welt um ihn herum, wie eine Herde hungriger Wölfe über ihn herfällt. Wer kann das? In dieser Welt? Es ist wie blanker Selbstmord.

 

Aber es gibt eine andere Welt. Es gibt sie tatsächlich. Als ich letztes Jahr zum ersten Mal grönländischen Boden betreten habe, konnte ich spüren, das ich angekommen war. Das hier etwas lebt, das ganz besonders ist. Ich konnte es nie in Worte fassen, jetzt kommen sie zu mir, um aufgeschrieben zu werden.

 

In Grönland gab es niemals Krieg. Das Land kennt diese Energie nicht. Es ist nicht durchflutet von Blut und Angst und Schrecken. Von Vergewaltigungen und Greueltaten. Ja, auch hier geschahen sie, als die Weißen kamen. Aber im Vergleich zu dem, was wir im Rest der Erde kennen, ist das hier paradiesisch. Und es ist kein unbewohntes Land. Hier leben Menschen, die diese Energie in sich tragen. Die sie bewahrt haben. Die Liebe leben. Unterstützung. Füreinander da sein. Arm in Arm stehen um jeden Einzelnen im Kreis erblühen zu lassen. Ohne jeden anderen Hintergedanken. Pur. Rein. 

 

Vor wenigen Tagen bin ich Angaangaq begegnet. Einem Schamanen aus diesem Land. Einem Menschen, der genau diese Liebe verkörpert. Eine Liebe, die nur dazu da ist, zu unterstützen. Eine Liebe, die nichts anderes kennt als Liebe. Keine Angst, keine Ausbeutung, kein Benutzen. Nur Liebe. Es ist wie ein Bad im hellen Sonnenschein ohne jemals Sonnenbrand fürchten zu müssen. Es ist eine Liebe, bei der ich mich öffnen kann, wie eine Blume. In dem Gefühl nicht nur beschützt, behütet und genährt zu werden sondern auch in dem tiefen Wissen, das allem nur Einem dient, mich aufrecht stehen zu lassen, in meiner Kraft, in meiner Schönheit, in meiner Unverwechselbarkeit. Um das zu Sein, was ich immer sein wollte. Das, wofür ich auf diese Welt gekommen bin. Pure, reine Liebe.

 

Bei diesem Öffnen wird mir bewußt, wie unglaublich verletzt ist selbst war und bin. Wie tief meine Wunden, meine Mauern und meine Ängste reichen. Ich reise durch die Erfahrungen meiner Ahnen und verstehe, warum mein Körper soviele Wunden in sich trägt, die immer mehr nach Außen gedrängt sind, in den letzten Jahren. Ich reise durch die Erfahrungen und Erinnerungen meiner vergangenen Leben und verstehe noch tiefer, was mich zu der Frau hat werden lassen, die ich heute bin. 

 

Ich verstehe, warum wie in dieser Welt bisher nie so richtig vorwärts gekommen sind. Wir sind nicht stehengeblieben, aber letztlich haben wir es nie geschafft, eine Welt zu erschaffen, die allen dient. Allen, ohne jede Ausnahme. Eine Welt, in der jeder von uns blüht und andere dazu inspiriert, selbst zu blühen. 

 

Wir treten in diesem Punkt gefühlt seit Jahrtausenden auf der Stelle. Noch immer streiten wir uns um die kleinsten Kleinigkeiten, stetig darauf bedacht, unsere Pründe zu bewahren. Wir haben es niemals anders erlebt. Wir wissen nicht mehr, wie es ist, anders zu leben. Wir haben es vergessen über all die Ewigkeiten in einer Welt der Angst und des Gegeneinanders. 

 

Was ich jetzt erlebe, fühlt sich an wie ein Wunder. Ja, es führt mich in meine absolut tiefsten, schwärzesten Erfahrungen, in Ängste, die ich sehr, sehr, sehr gut in mir versteckt habe. Aus gutem Grund. Die Bilder und Erinnerungen, die jetzt in mir aufsteigen sind absolut grauenvoll. Das gesamte Spektrum von dem, was Menschen sich gegenseitig antun können. Dinge, die normalerweise unaussprechlich sind.

 

Und mitten drin, in dieser Panik, mitten drin in der Nacht, spüre ich, das alles nur geschieht, weil ich heil werde. Ganz. Heil. Weil jetzt der Moment gekommen ist, an dem ich durch die Nacht in das Morgenlicht reisen kann. Weil ich jetzt bereit dafür bin. Weil ich den Mut dazu habe. Weil das Vertrauen in meine Intuition stark genug geworden ist. Weil mein Glauben endlich stärker ist als die Angst. Weil ich meiner Seele heute wirklich die Hand reichen kann. Mich ihr anvertrauen. So offen wie ein Kind. 

 

Es ist nicht leicht. Es ist absolut nicht leicht. Aber ich weiß ganz genau, das es nur einen einzigen Weg gibt, in meine echte Kraft zu kommen. Das es nur einen einzigen Weg gibt, mich erblühen zu lassen. Ich muss durch die Tiefe der Nacht. Ich muss allen Dämonen in die Augen schauen. Ich muss zulassen, was auch immer geschieht. Mich absolut und komplett öffnen, jede Mauer fallenlassen, jeden Schutzwall auflösen. Es ist wie sterben. Es ist wirklich wie sterben. Nur, das sterben total einfach ist. Das hier nicht. Das hier braucht alles, was ich habe. Jedes Fitzchelchen Mut, das ich in mir trage. Ich komme ständig an einen neuen Abgrund. Schluchten, von denen ich keine Ahnung hatte. Was immer ich bisher erlebt habe, war nur die Vorbereitung. Das hier ist die echte Herausforderung.

 

Ich weiß, was auf der anderen Seite kommt. Ich kenne das Morgenlicht. Das Licht der ersten Sonne auf meiner Haut. Die Wärme, die wartet. Ich fühle sie selbst in dieser tiefsten Dunkelheit. Ich habe die Erinnerung bewahrt. Sie wurde wach, als ich den Boden Grönland's betreten habe. Sie ist ganz klar, seit diesem letzten Wochenende. Seit ich einen Menschen spüren kann, der die Welt der Liebe lebt. Der aus ihr kommt. Und sie verkörpert, wie niemanden, dem ich jemals begegent bin. 

 

Diese Erinnerung, diese Erfahrung gibt mir den Mut, Schritt für Schritt weiterzugehen. Sie gibt mir den Mut, nicht abzubrechen, umzukehren und schreiend wegzurennen. Sie gibt mir den Mut für diese Reise. Die Reise zu mir. Die Reise in die Liebe. Die ich immer war, sein wollte und sein werde. Die Reise in eine neue Welt. Eine Welt, die nichts anderes mehr kennt, als Liebe. Eine Welt der Liebe, in der ich Liebe bin. Die Welt, wie sie sein sollte und immer gedacht war. Eine Welt, die wie eine Blumenwiese im Frühling ist. Eine bunte blühende Blumenwiese. Paradies. Himmel..... Was für ein unglaublicher Duft.....

 

 

 

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