Der Frühling meines Lebens

Das Erwachen der Göttin

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Es war mir nicht bewußt, wie sehr ich die Frau in mir in den letzten neun Jahren hinter einer Mauer versteckt habe. Es war mir nicht bewußt, wie tief mein Herz verletzt war. Blutig geschnitten zwischen den Schwertern meiner letzten Verbindungen mit Männern. Es war mir nicht bewußt, das die Schmerzen und die Angst mich in mich selbst haben zurückziehen lassen - alles verleugnend, was mich einst als Frau ausgemacht hat. All diese wunderbare, lächelnde pure Weiblichkeit, die ich in den Jahren davor gelebt hatte, wie nie zuvor. Die aufgeblitzt war, wie ein Lichtstrahl am grauen Himmel.

 

Ich habe mir die Finger dabei verbrannt. Ich habe Ablehnung geernet. Beurteilung. Verachtung. Und war immer wieder von dem Gefühl umzingelt nicht verstanden zu werden. Meine Offenheit mit der Liebe und der Sexualität hat Männer entweder abgeschreckt oder Gelüste geweckt, die ich nie wecken wollte. Gelüste, die nicht die Schönheit der Liebe feiern sondern sie benutzen, um die eigene Leere zu füllen. Ich habe keinen Weg mehr gesehen, Liebe zu sein in dieser Welt. Ich habe keinen Weg mehr gesehen, ich selbst zu sein, als Frau. Ich habe keinen Mann mehr gesehen, das diese Liebe wirklich gewollt hätte.

 

Alles hat mir eine Botschaft vermittelt - ich bin zuviel. Zuviel Liebe, zuviel sprühende, funkelnde Sexualität, Offenheit, Lust. Zuviel Ekstase. Zuviel pure Weiblichkeit.

 

Solange, bis ich es selbst geglaubt habe. So lange bis ich mich eingemauert habe. Geschützt hinter Stein, da schlief die Frau, bis zu diesem Frühling. Ungesehen und gleichzeitig nach nichts anderem lechzend als gesehen zu werden. Verängstigt, die Erinnerung an den Schmerz tief in mir verborgen und gleichzeitig hoffend.

 

Dieser Frühling hat alles geändert. Ich bin wieder aufgewacht. Und ich wache jeden Tag weiter auf.

Ein Stein nach dem anderen fällt, die Mauer ist eingestürzt und aus den Steinen spriessen bunte Frühlingsblumen. Der Duft reist durch all' meine Körperzellen, erfüllt mich und macht mich trunken vor Glück und Dankbarkeit. Jeder Moment heilt mich. Bis in jeden letzten Winkel. Ein Thema nach dem Anderen drängt an die Oberfläche, um gesehen und gesegnet zu werden. Jede Wunde wird sicht- und fühlbar und löst sich in der Liebe auf, die ich jetzt wieder in mir spüren kann. Liebe, die mich erfüllt. Liebe, die ich bin. 

 

Alles, was ich je zum Thema Sexualität erforscht und erlebt habe, pulsiert wieder durch meinen Körper. Tantra ist wieder da. Der unendliche Ozean der Liebe ist wieder da. Und gleichzeitig diese Offenheit und das große Herz, das niemals nur einen Menschen lieben wollte. Ein Herz, das Platz für viele, viele Menschen hat. Ein Herz, das keinen Unterschied macht und durch die Äußerlichkeiten hindurch in die Seele schaut. Ein Herz, das liebt, weil es Liebe ist, war und immer sein wird. 

 

Es ist nicht nur der Frühling dieses Lebens. Es ist der Frühling aller Leben, die ich auf dieser Erde verbracht habe. Es ist die Heilung aller Themen, die ich in mir trage. Die Heilung jeder Dunkelheit, die noch in mir zu Hause war. Bis hinab in die allerschwärzesten Abgründe. Alles, alles steigt jetzt ans Licht. Und ich begrüsse jeden Besucher mit offenen Armen. Zulassend. Achtsam. Dankbar. Wissend, das sich jetzt alles vollenden kann, wofür ich hergekommen bin. Zu allen Zeiten. 

 

Es ist die Göttin, die wieder erwacht ist. Die Frau, die aus der Asche emporsteigt. Und wundervollerweise jede Verletzung abstreift, wie eine alte Schlangenhaut.

 

Ja, es ist die Göttin.... 

 

Die Göttin der Liebe.

 

 

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