Es gärt in mir

Perspektivenwechsel auf die Welt

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Nichts passt mehr wirklich richtig. Mein Blick ist so tief hinter die Kulissen geglitten, das ich Bauchschmerzen habe, bei dem, was um mich herum geschieht. Die Welt hat ihre Unschuld verloren und die Beweggründe, warum Dinge geschehen, fühlen sich vollkommen verkehrt an. 

 

Egal, wohin ich schaue; egal, was ich erlebe; egal, wo es geschieht - der unumkehrbare Wandel kündigt sich lautstark an. Nur - niemand hört hin. Alle leben weiter, als wäre nichts geschehen. Oder, sie diskutieren über diejenigen, die mit dem Finger auf die Probleme zeigen und für einen Wandel einstehen. Es ist bis heute soviel einfacher zu reden ohne sich selbst auch nur einen Milimeter zu bewegen. Innerlich und äußerlich. Und das - obwohl, für mein Gefühl, vor unseren Augen diese Welt untergeht. Und das meine ich nicht so lapidar dahingesagt. Das ist keine Worthülse mehr oder ein Werbeslogan der Grünen. Es ist Ernst. Es geschieht. 

 

Ich kann es fühlen. Es springt mich an. Umso fassungsloser lausche ich den "Problemen", mit denen sich die Menschen auseinandersetzen. Umso ungläubiger schaue ich uns dabei zu, wie wir allesamt gekonnt wegschauen. Oder uns nur um diese kleine Mini-Insel vor unserer eigenen Haustür kümmern. Diese Mikrolösungen sind nett, aber sie helfen nicht. Was es braucht, ist ein kompletter Paradigmenwechsel, ein vollständiger Wandel in unserem Denken, unseren Werten und unseren Präferenzen. Es braucht einen Blick auf des große Ganze und den Willen, dieses Ganze zum Wohle aller zu gestalten. Und ich meine wirklich aller. Menschen jeglicher Hautfarbe, Religion, Kultur oder Nationalität. Tiere, jeder einzelnen Art. Und jede Form von natürlicher Umwelt, in der wir leben.

 

Die Zeit, irgendetwas auf Kosten eines anderen Wesens oder einer anderen Wesensheit zu tun, ist vorbei. Jede Handlung, die auf den Vorteil Einzelner ausgerichtet ist, bedeutet Untergang und fliegt uns jetzt deutlich und gnadenlos um die Ohren. Genauso gnadenlos, wie wir diese Handlungen vollziehen. Jedes Denken, das nur auf kurzfristigen Profit in irgendeinem Sinn zielt, ist Selbstmord. Auch das wird deutlich in diesen Tagen und Wochen. Mich springt es an. Mir wird schlecht, weil ich sehe, wie unglaublich tief der Glauben an unsere Überlegenheit mittlerweile in uns verwurzelt ist. Und mir wird bewußt, wie umfassend der Wandel sein muss, den es von Jedem von uns verlangt.

 

Es geht nicht mehr um's grünpinseln unserer Lebensweise. Es geht nicht mehr um ein bisschen anders leben. Es geht ans Eingemachte. An unsere tiefsten Überzeugungen von uns selbst als Menschen. Von uns selbst als Mensch auf dieser Erde. Von dem Wandel vom ich-zentriertem-Wachstumswahn zum Wir-und-an-einem-Strang. Keiner besser - keiner schlechter. Jeder anders und wertvoll. Jeder, jedes, jede.... Alles. 

 

Mit dieser anderen Einstellung brauche ich nicht mehr über ein korrektes Konsumverhalten nachzusinnen. Ich fühle genau, was lebbar und was himmelschreiener Blödsinn ist. Ich brauche mir nicht den Kopf über die Nützlichkeit von Plastik oder Atomkraftwerken heißzureden. Ich brauche auch nicht mehr auf wissenschaftliche Beweise für das Abschmelzen von Eispanzern oder das Aufweichen von Permafrostbäden zu warten. Ich weiß einfach, das das, was wir heute machen und wie wir heute leben, blanker Wahnsinn ist. 

 

Ich weiß auch, das keine äußere Handlung, die nicht auf innerer Überzeugung beruht daran etwas ändern kann. Zuerst muss in uns klar sein, das wir zutiefst mit allem verbunden sind. Das wir Teil der Ganzen sind. Das es niemals darum ging, für unserer Überleben zu kämpfen oder irgendjemandem etwas abzuringen. Da draußen ist kein Feind. Nirgendwo. Wir sind unser Feind, nur wir ganz allein. Und wir haben uns im Außen die perfekten Konditionen erschaffen, um daran fleißig weiter zu glauben.

 

Da draußen ist nur eine Welt, die uns unterstützen will, wenn wir sie nur lassen würden, ohne ihr ständig ins Handwerk zu pfuschen oder sie mit immer verrückteren Projekten "verbessern" zu wollen. Da gibt es nichts zu verbessern. Es ist schon längst und immer alles da gewesen. 

 

Dort draußen ist eine Welt, die uns liebt, die uns immer geliebt hat und die uns hilft, wo immer sie nur kann. 

 

Das klingt verrückt? Wirklich? Verrückter, als das, was wir aus dieser Welt gemacht haben? Ich glaube, es ist Zeit, die Augen aufzumachen und zu schauen, was wirklich stimmt. Es ist Zeit, mit dem Herzen zu sehen. Stehenzubleiben. Still zu werden. Zu lauschen. Zu sehen, was wahrhaftig ist. Ohne Scheuklappen. Ohne Gedankenkonstrukte, Erklärungen und Rechtfertigungen. Einfach anzunehmen, was wir vor uns haben. Was wir bisher geschaffen haben. Was wir zerstört haben. Und uns zu fragen, ob das wirklich das ist, was wir hinterlassen wollen. Ob das wirklich das Beste ist, was wir sind. Ob das  das Bild ist, das uns entspricht. 

 

Meine Antwort ist - NEIN. Das ist es definitiv nicht. Wir können das ganz anders. Wir sind ganz anders. Es wird Zeit, das auch zu leben. Es wird Zeit, danach zu handeln. 

 

Klar. Kraftvoll. Konsequent. Im Einklang mit unserem wirklichen Wesen. Im Einklang mit unserem Herzen und unserer Seele. Und im Einklang mit dem Leben selbst.

 

 

 

 

 

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