Bekräftigung, Heilung, Mut

 Mein Bewußt-Seins-Ort

Fotos: Heike Würpel

Es ist nicht die Kathedrale, die hier steht. Es sind nicht die Mauern. Es ist die Erde darunter. Da ist die Kraft. Eine Kraft, mit der ich zutiefst verbunden bin und immer sein werde. Der Elfenort nimmt mich wieder mit offenen Armen auf. Wieder stehe ich im Kreis mit all den anderen Wesen. Weit weg vom Strom der Menschen, die hier tagein, tagaus vorüber zieht. Unbeeindruckt.

 

Diesmal habe ich viel Zeit mitgenommen, um in dieser Energie zu baden. Ich übernachte auf dem Mont. Und bleibt den ganzen, langen Abend im Kloster. Denn es ist Sommer und da finden hier die "Balades Nocturnes" statt. Da erklingt Musik in vielen Räumen, Lichtinstallationen, geheimnisvolle Klänge, Kerzen durchschimmern die Mauern. Es ist eine wunderschöne Athmosphäre, die bis Mitternacht geht. Sieben Stunden an meinem Platz. Was für ein Geschenk an mich selbst! Und ich geniesse jede Sekunde....

Für mich ist dieser Ort, ein Platz der Heilung. Hier gehen alle Zweifel. Hier lasse ich los, von all dem, was mich kleiner macht, als ich es wirklich bin. Das hier ist der Ort meines Lichts. Ein Ort des Wieder-Erinnerns. Ein Ort der Selbst-Bekrätigung und der Zuversicht. Ein Ort der Hoffnung und des Wissens. Ein Ort, um mit einem großen Ja, ich selbst zu sein.

 

Ja, ich bin das Licht. Meine Stimme spricht Liebe. Und für mich ist das die Wahrheit. Die Wahrheit hinter allen Mauern, hinter all der Angst. Hinter allen Zweifeln und allen Einschränkungen. Es ist die Gewissheit, die mich trägt und die aus mir strahlt. In jeder Sprache dieser Welt, strömt sie aus mir. Egal, wie sie sonst benutzt wird, wie hart sie sonst auch klingen mag, Liebe verwandelt jeden Laut. Mit ihr klingt halsbrecherisch galoppierendes Französisch wie ein Strom aus Engelsmusik und lautes, abgehacktes Griechisch wie ein Frühlingswind am Morgen. Mit ihr wird Japanisch zu einem Streicheln auf der Haut. Um mich herum tönen alle Sprachen der Welt.

Hier in dieser Kathedrale treffen sich die Gruppen, lauschen ihren Führern. Da ist dieses wundervolle Japanisch der jungen Europäerin. Gefüllt mit Witz und Gefühl wird es zu einer anderen Welt. Ich höre Arabisch. Russisch. Spanisch. Und ich verstehe. Letztlich geht es nicht um die Sprache. Es geht um die Liebe, die dahinter steht. Genau so spreche ich. Genauso lerne ich Sprachen mit dem Herzen. Genauso verwandle ich sie mit jedem Wort, das über meine Lippen tanzt. Ich muss nichts Nachahmen. Ich muss nicht dem Original entsprechen. Ich spreche, wie ich selbst. Das ist alles, was zählt.

 

In mir tönt der ruhige Herzschlag dieses Ortes. In ihm sinke ich weiter in die Wahrheit meines Wesens. Ja, diese Welt braucht Liebe. Sie braucht die Liebe meiner Worte. Sie braucht Worte des Lichts. Immer wieder schreibe ich gegen den Zweifel in meinem Inneren an. Immer wieder erlebe ich diese Momente des Stockens, des Innehaltens, des Nicht-Wissens und der bodenlosen Stille, in der jedes Schreiben sinnlos zu werden scheint. Hier, jetzt wird alles wieder klar. Hier löst sich jedes Zögern, jedes Brauchen auf. In mir wächst nicht nur Mut und Zuversicht sondern auch grenzenloses Vertrauen. In mich. In das Leben. In die Vollkommenheit aller Wege.

 

Ich höre meinen Herzschlag, ich glaube meinem Herzen. Das Vertrauen breitet sich in mir aus, wie ein warmer Sommerstrom aus Licht. Ich glaube der Stimme in meinem Inneren. Ich glaube dem, was ich fühle. Es ist meine Wahrheit. Egal, was von Außen dagegen steht. Egal, was an Widerworten auf mich einprasseln. Egal, was die Welt mich glauben lassen will. Ich glaube mir. Ich glaube der Liebe in meinem Inneren. Ich weiß, wer ich bin, mit wem ich verbunden bin und dazu stehe ich. Ich trenne mich innerlich nicht mehr von meinem Partner, meinem Seelenbruder. Ich verbinde mich und ich lebe diese Verbindung. Nichts Äußeres kann daran etwas ändern. Nichts. Ich spüre, wie ich sacht ganz werde. Ganz sacht fügt sich alles zusammen. Wie eine tiefe, tiefe Heilung. Wie ein großes, großes Lächeln.

 

Die Liebe schenkt mir ein "Ja" zu meinem Körper. Zu jeder äußeren Unvollkommenheit. Zu jeder Delle, jedem Kratzer, jedem Makel. So, wie ich die Welt anders betrachte, wenn ich durch diese Augen schaue, sehe ich auch mich selbst anders. Da ist nichts, was ich verstecken müsste. Da ist nichts, was nicht schön ist. Da ist nichts, was nicht das Licht atmen dürfte und den Wind spüren sollte. Da ist nichts, was ich nicht lieben könnte. Da ist nur Vollkommenheit. Liebe zeigt, sich, wie sie ist. Dieser Satz kommt wieder in mein Bewußtsein. Klar. Deutlich. Liebe braucht keinen Schmuck. Sie ist. Weil sie schön ist. So, wie ich. In mir sind Tränen. Tränen die heilen, was ich mir selbst an Wunden zugefügt habe. Mit meinen Urteilen über mich selbst. Über meine Form, über jede Welle, die nicht irgendeiner Norm entspricht. Entspannung. Pure Entspannung breitet sich aus. Eine ganzer Ozean winkt mir zum Eintauchen. Und ich komme.....

Am Ende dieses langen Abends stehe ich lächelnd am Fuß der hohen Mauern. Ich bin erfüllt, so tief erfüllt von mir. Ich bin erfüllt von Liebe und Magie. Von Glauben und Vertrauen. Ja, ich bin. Und es gibt nur dann Kampf und Widerstand, wenn ich an mir selbst zweifle. Nur dann. Alles andere ist nur ein Spiegel, von dem ich ablesen kann, wo ich stehe. Damit wird alles ein Geschenk. Die ganze Welt.

Foto: Uschi Dreiucker / pixelio.de
Foto: Heike Würpel
Foto: Marco Schlüter / pixelio.de
Foto: Peter / pixelio.de
Foto: Andreas Hermsdorf / pixelio.de
Foto: Heike Würpel
Foto: Rainer Sturm / pixelio.de
Foto: Herbert Raschke / pixelio.de
Foto: Heike Würpel
Foto: Rolf Handke / pixelio.de
Foto: Susanne Richter / pixelio.de
Foto: roja48 / pixelio.de
Foto: Bernd Kasper / pixelio.de
Foto: Rudis-Fotoseite.de / pixelio.de
Foto: Peter A / pixelio.de
Foto: Carolin Daum / pixelio.de
Foto: Thomas Wiesendahl / pixelio.de
Foto: Uschi Dreiucker / pixelio.de
Foto: Bernd Kasper / pixelio.de
Foto: Gabi Schoenemann / pixelio.de
Foto: H.D. Volz - pixelio.de
Foto: hum / pixelio.de
Foto: Maren Beßler - pixelio.de
Foto: Rosel Eckstein / pixelio.de
Foto: Alexander Altmann / pixelio.de
Foto: Heike Würpel
Foto: Rainer Sturm / pixelio.de