Selbstdarstellung in Reinkultur

 Das Ende der Seerosen

Claude Monet's Bilder, die mich seit jeher fasziniert haben, sollen in diesem Museum eigentlich besonders gut zur Geltung kommen. Lobeshymnen über Lobeshymnen habe ich vorher gelesen. Und ich habe von diesen Räumen gehört, die speziell für diese Bilder so gebaut worden sein sollen. Ich freue mich darauf. Ich habe Lust, in den Farben und diesem wunderbaren Licht zu versinken. Aber es kommt ganz anders.

 

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Während alle Menschen um mich herum andächtig staunend auf die in der Mitte installierten Bänke sinken, verschließt sich mein Herz. Die ganze Schönheit der Werke, die ich kenne ist verschwunden. In der Größe dieser Räume, in der bedingungslosen "Zur Schau Stellung" desselben Motivs in immer neuen Varianten, wird meine Seele überflutet. Zurück bleibt nichts. Nur Überdruß. Ich kann kein Detail mehr würdigen. Ich mag noch nicht einmal länger verweilen. Jeder dieser Räume atmet für mich eine Götterverehrung, die mich abstößt.

 

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Das hier ist ein Tempel, gebaut für einen einzigen Zweck. Für mich wird dieses Museum, das die Krönung sein sollte, ein Mausoleum. Ich trage die "Seerosen" zu Grabe. Und wünsche mir, diese Bilder in klein unter vielen Anderen bewundern zu können. Gleiche unter Gleichen. Diese Herausstellung und Überhöhung macht ihren Wert für mich zunichte.

 

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Und so gehe ich, enttäuscht, traurig. Müde. Ich brauche keine menschlichen Götter. Ich brauche keine Ikonen der Kunst. Ich bewundere die Fertigkeiten, ich bewundere die Seele, die aus jedem Werk spricht. Aber keines davon ist in meinem Augen besser als ein Anderes. Keines sollte den Thron allein beanspruchen. Jedes spricht eine eigene Sprache. Es berührt oder auch nicht. Und einzig das Herz des Betrachters entscheidet, ob die Worte und die Bilder in dies Seele sinken oder nicht. Einzig der Betrachter kennt die Botschaft. Eine Botschaft, die nur für ihn gilt. 

 

 

 

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