Im Schoß der Erde

 Gefühlte Geborgenheit

Er ist gut versteckt, dieser Dolmen. So gut, das es wirklich jede Zeile der Wegbeschreibung braucht, damit ich nicht an dem unscheinbaren, grasbewachsenem Rund vorbei laufe. Eingezwängt zwischen Farmen und Wohnhäusern liegt ein Etwas, das von Außen wie eine große Pudelmütze ausschaut. Ohne Bommel.

 

Der Eingang ist winzig. Ohne tiefes Bücken würden blaue Flecken die einzigen Erinnerungsstücke bleiben.

 

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Ich erwarte Dunkelheit. Aber vor mir sind schon Besucher hier hereingekommen und haben das Licht angelassen. Ich schließe die Hobbit-Tür und die Welt dort draußen verstummt. Kein Geräusch dringt mehr in durch die dicken Erdschichten. Es ist wie ein Eintauchen in die Gebärmutter der Tiefe. 

Foto: Heike Würpel

Klaustrophobie. Angst? Nichts davon spüre ich. Gar nichts. Ich fühle mich geborgen. Der innere Druck, mit dem ich in den letzten Tagen unterwegs war und meine Tourvorbereitung möglichst perfekt hinter mich bringen wollte, fällt von mir ab. Schicht um Schicht, wie die Schalen einer Zwiebel entpannt sich jeder Muskel in meinem Körper. Ich lasse mich auf einen Stein sinken. Einen Traumstein. Das ist der Ort, an dem Gedanken direkt zur Wirklichkeit werden. Das ist der Ort, der die Kraft hat, alles in Materie umzuwandeln, was an Schöpferkraft in mir lebt. Es ist etwas, das überall funktioniert, eigentlich. Aber hier wird die Kraft gebündelt und so fokussiert, das es keinerlei Zeitverzögerung mehr gibt. Hier kann ich lernen, hier kann ich vorfühlen und verfeinern, was in mir steckt. 

Foto: Heike Würpel

Ich schließe die Augen und spüre, wie ich auf die Reise gehe. Eine Reise, die Vergangenheit und Zukunft miteinander verwebt. Ich fühle die Armbänder der Priesterin und ich fühle die Stille, aus der neues Leben geboren wird. Es sind keine Bilder, die mich erreichen. Es ist ein Gefühl. Das Gefühl tiefster Sicherheit.

 

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Nichts, nichts wird mir jemals geschehen. Nichts kann mich zerstören oder verletzen. Nichts dort draußen möchte mir etwas antun. Dort draußen ist nur Liebe. Eine so reine, pure Liebe. Ich kann in sie hineinkuscheln, wie in ein Federbett. Warm, zuverlässig, immer da - das ist sie. 

Alles Zögern, alle Zweifel fließen aus mir heraus. Alles, was glauben wollte, das es etwas gibt, das mir Böses will, verabschiedet sich. Alles verdunstet. Jeder innere Wanken. Jeder Druck. Das "perfekt sein wollen" verliert den Boden unter den Füssen. Es macht keinen Sinn mehr. Gar keinen. Weil ich nichts verdienen muss. Ich muss die Liebe nicht erobern. Sie wurde mir niemals entzogen. Sie hat immer auf mich gewartet. Wohin auch immer ich gehe. Wo auch immer ich bin. Ich bin in dieser Welt vollkommen sicher. 

 

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Die Botschaft der Erde sickert wie Wassertropfen durch meinen Körper. Jede Zelle beginnt zu leuchten. Jede Ecke beginnt zu strahlen. Ich fühle mich soooo wohl hier unten. Ich fühle mich so unendlich geborgen in diesem Schoß. Und ich nehme das Gefühl mit. Wohin meine Schritt mich von hier aus auch tragen. Die Liebe hält meine Hand. Sie wird sie immer halten. So, wie ich sie.

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