Zwiespältigkeit im Paradies

 Gefühlsslalom im Abenteuertourismus

Traumziel aller Deutschen. Diese Botschaft kommt mir ständig entgegengeflogen, wenn ich mein Winterziel mit anderen Menschen teile. Drei Monate in Neuseeland? Neid. Purer Neid, richtige Eifersucht ist da. Jeder möchte hier sein. Jeder möchte mit mir tauschen. Jeder würde gern dem Grau in Deutschland entfliehen. Aber keiner tut es wirklich. 

 

Und ich - ich bin jetzt in diesem Paradies, wohl wissend, das so ein Paradies jede Menge Ecken und Kanten hat. Ich habe schon hinter die Kulissen des grünen Aussteigerhimmels geschaut und entdeckt, das da Vieles im Argen liegt, was niemals öffentlich genannt werden möchte. Ich kenne die abgeholzten Wälder und ich weiß um die Vergiftung der Böden. Hier wird es nur nicht so publik, weil der Wind alles sofort wieder wegweht und weil einfach so viel Platz ist mit so wenigen Menschen. Es fällt nicht auf, was alles schiefläuft.

 

Davon mal ganz abgesehen - das Land ist ein Traum. Es ist wirklich ein Traum. So viele schöne Landschaften auf engstem Raum versammelt kenne ich von keinem anderen Ort dieser Welt. Und weil nun mal nur vier Millionen Menschen hier leben, ist auch soviel Raum wie nirgendwo sonst. In einer lebbaren Umgebung. 

 

Ja, es ist ein Paradies. Es stimmt. Ich finde hier die Landschaften meiner Träume. Ich finde die Plätze, in denen mein Herz endlose Freudengesänge anstimmt. Ich finde auch Städte, die aus den USA geklont sein könnten. Ich finde Menschen, die immer noch arg an ihrer eigenen Identität basteln und ich finde eine Unbekümmertheit im Umgang mit der Natur, die mir oft genug im Hals würgt. Es wird weniger nachgedacht, viel weniger achtsam mit dem Schätzen vor der eigenen Haustür umgegangen als ich das jemals in Nordeuropa erleben würde. Weil soviel im Überfluss da ist. 

 

Es ist ein zwiespältiges Land. Die Extreme des Erlebens hauen mich oft genug vollkommen um. Und gleichzeitig möchte ich es nicht missen, hier zu sein. Es ist ein Geschenk. Voller Haken, Ösen, Herausforderungen und Abgründen. Aber die Wunder, die dahinter versteckt sind, sind es wert, einmal auf die andere Seite der Erde zu fliegen. 

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