GLS - eine Bank der Zukunft?

Angst oder Vertrauen?

Als ich zum ersten Mal dieses Programm las, war ich begeistert von der Idee. Leihen und Schenken. Miteigentümer einer Bank sein. Ökologische Verantwortung übernehmen. Alternative Projekte unterstützen. Das klang märchenhaft. Endlich eine Bank, die ich mit ganzem Herzen unterstützen könnte. 

 

Ich hätte mir gewünscht, das die Realität genauso aussieht, aber ich erlebe, das Wunsch und Wirklichkeit viel zu oft voneinander abweichen. Und jedesmal erlebe ich es als Schock, wenn sich die GLS als bürokratischer entpuppt, als die Sparkasse bei mir um die Ecke. Es fällt mir sehr, sehr, das was ich erlebe, mit dem Bild, das die GLS von sich malt, in Einklang zu bringen. Und es fällt mir noch schwerer, ihr Handeln mit meinem Fühlen von einem neuen vertrauensvollen Miteinander in Einklang zu bringen.

 

Ich habe bis heute von der Sparkasse mehr Vertrauen erlebt, als bei der GLS. Und das tut mir weh. Vor allem, weil ich seit circa zehn Jahren in irgendeiner Form mit der GLS zu tun habe. Sogar als Kreditnehmerin. Aber bis heute gibt es keinen persönlichen, direkten Ansprechpartner, nur wechselnde Gesichter. Die Leute in meiner Sparkassenfiliale im Ort kenne ich alle. Und sie kennen mich. Auch wenn ich erst 4 Jahre bei ihnen bin.

 

......

 

Noch ein Vergleich. In Bezug auf Kredite: 

 

......

 

Die Sparkasse gab mir sofort und ohne große Prüfung nach meinem Herzug einen Kredit über 8000 Euro. Es gab ein richtig gutes Gespräch mit einer Beraterin und sie handelte für mein Gefühl einfach nach ihrem Herzen. Ich habe mich total wohl gefühlt. Und da stand extrem viel Vertrauen im Raum. Zeitverzögerungen gab es nicht, das Geld stand mir sofort zur Verfügung. Und natürlich habe ich alles in der vereinbarten Zeit zurückgezahlt.

 

......

 

Die GLS Bank hat mir und meinem damaligen Partner auch einen Kredit gegeben. Über 260.000 Euro. Natürlich ist das ein anderer Betrag, es ging auch um ein anderes Projekt. Einen Hausbau. Aber allein der Weg zu diesem Kredit ging über mehrere Jahre und mehrere Anläufe. Er erforderte unendlich viele Unterlagen und monatelange Prüfungen. Und es hatte zuerst nur Absagen als Ergebnis.

 

Erst als eine Mitarbeiterin in Bochum zu unserer Ansprechpartnerin wurde, ging alles plötzlich ganz schnell und leicht. Sie war ein echter Lichtblick. Sie verkörperte die Menschlichkeit und den echten, direkten Kontakt, den ich bis dahin in dieser Bank immer vermisst hatte. Und sie interessierte sich auch persönlich total für das Projekt. Es lag ihr am Herzen und das war spürbar. Ja, der Kontakt war wunderbar. Nur leider blieb sie nicht lange bei der Bank. Warum sie ging, weiß ich nicht, aber ich habe es als sympthomatisch für die ganze Bank erlebt, das ausgerechnet das einzige Verbindungsglied verschwunden ist. 

 

Übrigens - auch die GLS Bank wurde niemals von uns enttäuscht. Der Kredit wird pünktlich abbezahlt. Und das Haus ist ein Schmuckstück geworden. Mittlerweile ist sehr viel mehr Geld hineingeflossen, als diese ursprüngliche Kreditsumme. Und dazu natürlich ganz viel Liebe, Arbeit und Herzblut. 

 

Es gab nie wieder einen Ansprechpartner, der sich für das Projekt so sehr interessiert hat, wie diese eine damalige Mitarbeiterin. Sie wollte uns sogar besuchen. Niemand danach hat diesen Wunsch geäußert. Und niemand sonst ist mit uns und dem Haus auf einer persönlichen Ebene verbunden. 

 

Und jetzt - vor wenigen Tagen, kam ein Brief von der GLS Bank zu diesem Kredit. Es gab einen nicht mit ihnen abgesprochenen Eigentümerwechsel. Ja, stimmt. Innerhalb der "Familie". Nicht an irgendeinen unbekannten, externen Menschen. Sondern an die jetzige Ehefrau meines damaligen Freundes. Und da wir alle gute Freunde sind, gibt es auch kein Problem. Auch an der Kredithaftung hat sich nichts geändert. An unserer Einstellung auch nichts. Auf uns ist Verlaß. Und das wird es auch immer sein. Egal in welcher Konstellation. Nur, die GLS-Leute kennen uns ja gar nicht. Und so werden wir auch behandelt. Als Fremde. Der Brief steckt voller Forderungen nach Nachweisen, wirtschaftlichen Lageerklärungen etc. Das Schreiben ist die pure Angst. Angst etwas zu verlieren. Bei Menschen, mit denen man bereits zehn Jahre zusammenarbeitet? HALLO?

 

......

 

Dieser Brief war für mich ein Schock. Und es hat mich noch einmal sehr genau darüber nachdenken lassen, ob ich mit dieser Bank wirklich weiter zusammen arbeiten möchte. Zuerst war da ein klares "Nein". So will ich von Niemandem behandelt werden. Aber nach einigen Tagen Nachdenken spüre ich, das ich nicht so einfach aufgeben will. 

 

......

 

Die Idee, die diese Bank eigentlich verkörpert ist mir wichtig. Total wichtig. Und ich entscheide mich jetzt dafür, den Glauben an das Neue an Nichts scheitern zu lassen. Auch nicht an der Angst, die von der GLS im Augenblick ausgestrahlt wird. Genauso wenig, wie von dem fehlenden Vertrauen und von fehlenden Ansprechpartnern.

 

Meine Sparkassen Konten behalte ich allerdings auch weiterhin, denn diese Bank hat mein Vertrauen auch verdient.

 

Mein GLS-Konto ist für die Einnahmen aus meiner Arbeit für die neue Welt da. Für das, was ich mit dem Schreiben auf dieser Webseite verdiene und mit meiner Arbeit als Heilerin. Ja, das passt zusammen. So sollte es aufgeteilt sein. Weil der Geist der ist.

 

......

 

Auch wenn die Realität hinterherhinkt, ich werde mich nicht abwenden. Wie viele Gründe auch immer dagegen sprechen, ich werde der neuen Welt immer wieder diese Chance geben. An jedem Platz. In jedem Zusammenhang. Egal wie lange es dauert, egal, wie viele Anlaufschwierigkeiten es gibt. Ich bleibe bei meinem Glauben, das es anders möglich ist. Und ich lebe es. Mit meinen Entscheidungen und mit meinen Handlungen. Ich möchte die Menschen unterstützen, die etwas Neues aufbauen. Menschen und Projekte, die etwas Neues verkörpern. Ihr Stolpern gehört zur Entwicklung. So, wie mein eigenes Stolpern auch zu meinem Weg gehört.... 

 

Ich reiche euch die Hand. Und sie wird immer da sein. Weil ich mich immer für die Liebe entscheide.

Foto: Uschi Dreiucker / pixelio.de
Foto: Heike Würpel
Foto: Marco Schlüter / pixelio.de
Foto: Peter / pixelio.de
Foto: Andreas Hermsdorf / pixelio.de
Foto: Heike Würpel
Foto: Rainer Sturm / pixelio.de
Foto: Herbert Raschke / pixelio.de
Foto: Heike Würpel
Foto: Rolf Handke / pixelio.de
Foto: Susanne Richter / pixelio.de
Foto: roja48 / pixelio.de
Foto: Bernd Kasper / pixelio.de
Foto: Rudis-Fotoseite.de / pixelio.de
Foto: Peter A / pixelio.de
Foto: Carolin Daum / pixelio.de
Foto: Thomas Wiesendahl / pixelio.de
Foto: Uschi Dreiucker / pixelio.de
Foto: Bernd Kasper / pixelio.de
Foto: Gabi Schoenemann / pixelio.de
Foto: H.D. Volz - pixelio.de
Foto: hum / pixelio.de
Foto: Maren Beßler - pixelio.de
Foto: Rosel Eckstein / pixelio.de
Foto: Alexander Altmann / pixelio.de
Foto: Heike Würpel
Foto: Rainer Sturm / pixelio.de