Die Momente des Zweifels 

Vergessen und Erinnern

Es gibt diese Momente, in denen ich nicht mehr weiß, wer ich eigentlich bin. Es gibt diese Momente, in denen ich mich in dieser Welt unendlich fremd fühle. Diese Momente, an denen mir alles sinnlos erscheint, was ich tue. Die Momente, in denen ich die Welt nicht mehr ertrage. In denen mich die Angst, der Streß, die Kälte zu Tode erschrecken. Die Augenblicke, in denen ich kein Licht sehe und keinen Weg, das Herz irgendeines Menschen wirklich zu berühren.

 

Die Augenblicke, in denen die Angst in dieser Welt so übermächtig scheint, das ich beginne zu glauben, sie würde sich niemals wandeln. Wie ein dunkles, schwarzes Loch, das alles einsaugt, was gut und schön und liebevoll ist auf dieser Erde. Das sind die Augenblicke, an denen ich mich abwenden will. Die Augenblicke, wo mein Kopf beginnt zu schmerzen und alles in mir nach Rückzug schreit. Es sind die Momente, in denen ich mich vollkommen verloren fühle und unendlich allein. Dann ist die Welt mit den Menschen eine Welle, die über mich hinwegzieht, wie ein Tsunami.

 

......

 

In den letzten Tagen und Wochen gab es viele solcher Momente. Immer wieder ist das diese Frage. Wozu? Denn wenn ich mich umschaue und beobachte, was um in den Menschen geschieht, dann sehe ich nur eine immer größer werdende Dunkelheit. Ich sehe die Menschen in den Zügen sitzen und sich hinter ihren Handys verstecken. Ich sehe, wie ungeachtet des deutlichen Klimawandels alles beim Alten bleibt. Ich sehe die Hektik, den Streß und die Angst in den Augen der Menschen. Ich sehe ihre Nervosität, ihre rasenden Gedanken. Ich spüre ihre Hoffnungslosigkeit und erlebe ihre Ablenkungsstrategiern. Ich sehe die Häßlichkeit unserer "modernen" Städte und sie zerschneidet mir das Herz. Ich beobachtet die Menschen, die in jeden Samstag auf's Neue in die Geschäfte strömen, als würde es dort das geben, was sie so schmerzliche vermissen. Geborgenheit. Liebe. Wärme. Sicherheit. Vertrauen.

 

Es ist Frühlingswetter mitten im Winter. Aber ich vermisse die Wärme. Die Wärme in den Seelen. 

 

......

 

Immer wenn ein solcher Moment da ist, erlebe ich ihn als eine Tür. Kurz bevor ich sie erblicke und aufmache, schaue ich der einen Realität direkt in die Augen. Der Realität der Angst. Ich sehe jedes Detail, ich nehme alles wahr. Die Schwärze ist niemals tiefer, als in diesem Augenblick. Mit all ihrer Unsicherheit und Hoffnungslosigkeit. Mit all ihrer Leere und Einsamkeit. Dann stockt mir der Atem. Und die Welt wird stumm. So, wie ich.

 

Bis ich die Tür sehe und mich erinnere. Ich erinnere mich an mich selbst. Ich erinnere mich daran, wer ich bin. Ich spüre meine Engelsflügel wieder. So, wie gestern Abend, als mich mitten in der Dunkelheit der Nacht, meine Federn wieder eingehüllt haben. So deutlich und klar, wie niemals zuvor. Bis ich mich, in meine eigenen Arme einkuscheln kann und mein Herz schlagen höre. Bis ich spüre, wie tief meine Liebe reicht. Tiefer als jeder Ozean. Bis ich daran denke, wann mein Herz ganz weit wird und meine Seele singt. Bis ich mich daran erinnere, wie tief ich Menschen berühre, einfach nur, weil es mich gibt, so, wie ich bin. Bis ich die Bilder wieder sehe und die Worte wieder höre, die ich gesprochen habe, bevor ich hierherkam.

 

......

 

Ich bin ein Engel. Und ich bin hier, um zu lieben. Ich bin hier, um zu heilen. Ich bin hier, um Herzen zu berühren. Die Herzen, die berührt werden möchten. Ich bin hier, um zu helfen, wo Hilfe gebraucht wird. Ich bin hier, um ein Licht zu sein in einer Welt, die an die Dunkelheit glaubt. So, wie ich es auch manchmal tue, wenn ich vergesse, das auch die Dunkelheit ein Teil des Lichts ist. Ich bin hier, um ich selbst zu sein. Ich bin hier, weil ich glaube.

 

Ja, ich bin ein Engel.

 

Hörst du meine Flügel im Wind? 

Foto: Uschi Dreiucker / pixelio.de
Foto: Heike Würpel
Foto: Marco Schlüter / pixelio.de
Foto: Peter / pixelio.de
Foto: Andreas Hermsdorf / pixelio.de
Foto: Heike Würpel
Foto: Rainer Sturm / pixelio.de
Foto: Herbert Raschke / pixelio.de
Foto: Heike Würpel
Foto: Rolf Handke / pixelio.de
Foto: Susanne Richter / pixelio.de
Foto: roja48 / pixelio.de
Foto: Bernd Kasper / pixelio.de
Foto: Rudis-Fotoseite.de / pixelio.de
Foto: Peter A / pixelio.de
Foto: Carolin Daum / pixelio.de
Foto: Thomas Wiesendahl / pixelio.de
Foto: Uschi Dreiucker / pixelio.de
Foto: Bernd Kasper / pixelio.de
Foto: Gabi Schoenemann / pixelio.de
Foto: H.D. Volz - pixelio.de
Foto: hum / pixelio.de
Foto: Maren Beßler - pixelio.de
Foto: Rosel Eckstein / pixelio.de
Foto: Alexander Altmann / pixelio.de
Foto: Heike Würpel
Foto: Rainer Sturm / pixelio.de