Tag 3

Pause - Whatipu Lodge

Fotos: Heike Würpel

Ich hätte mir kein größeres Geschenk machen können, als so einen Ruhetag. Einen Tag, um mich wirklich mit der Welt um mich herum zu verbinden, ohne Rucksack auf dem Rücken. Einfach nur mit mir und der Natur. Zeit zum Entdecken von Orten, die man sonst niemals finden würde. Zeit zum Fühlen. 

 

Der Vormittag gehört dem Whatipu River, der sich durch traumhaft schöne Wiesenlandschaften schlängelt, überschattet von Bäumen, die malerische Tupfer in der grünen Weite erschaffen. Vorbei an herrlichsten Schwimmstellen. Bis dorthin, wohin mich der Leiter der Lodge gelotst hat. Ein Platz wir aus dem Paradies. Eiskaltes Wasser, ein sonnenbeschienener Felsen, ein leichter Einstieg. Nackt sitze ich hier, stundenlang, lausche den Vögeln, tauche in eine unendliche Stille ein und freue mich an den Farnwedeln über meinem Kopf. Der Wechsel zwischen Sonnenhitze und Wasserkälte lässt meine Haut prickeln und meinen Körper immer mehr verschmelzen, mit all dem, was um mich herum fließt und lebt. 

 

Vom Fluß an den Strand. Mitten hinein in die Mittagsglut und dieses unendlich klare, scharfe Licht Neuseelands. Wieder fühle ich die Bilder aufsteigen, die mich seit diesem Morgenspazierung in Muriwai begleiten. Bilder, die tief aus meinem Bewußtsein aufsteigen. Bilder aus Zeiten, die unendlich lange zurückliegen. Bilder der Geschichte dieser Welt. Bilder vom Erschaffen dieser Welt. Lemurien? Ja, Lemurien. Ein lange Kette von Priestern. Weiße Gewänder. Singend. Wir haben dieses Land ins Sein gesungen. Alles gemeinsam. Aus Tönen, Klängen und Träumen entstand diese Welt. Sie steigt wieder vor mir auf. Ich kann jeden Teil fühlen, nachvollziehen, welcher Traum, welches Stück des Paradieses geformt hat. Jetzt verstehe ich, warum mich die Maori-Gesänge, die ich vor wenigen Tagen in Auckland gehört haben bis ins tiefste Mark getroffen haben. Sie haben soviel Ähnlichkeit mit diesem Klängen hier. Sie haben die gleiche Kraft. Sie sind ein Teil des Erbes. Es sind nicht die Südseeträume, die mir Tränen in die Augen treiben. Es ist die Schwingung der Schöpfung, die ich fühlen kann. 

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