Tag 5

Pause - Pararaha Campground

Fotos: Heike Würpel

Die Wanderer des letzten Abends sind früh aufgebrochen. Ich bleibe allein auf dem Platz zurück und fühle mich irgendwie falsch. Als gäbe es nur eine Art, unterwegs zu sein. Voll im Leistungsdenken. Schnell. Effizient. Sie laufen in vier Tagen die gesamte Strecke. Ich ertappe mich beim Vergleichen, als gäbe es dort eine Meßlatte. Und noch etwas macht mir zu schaffen. Es gibt eine Diskrepanz zwischen meinem Fühlen und der Wirklichkeit. 

 

Die Natur - die Landschaft, alles ist richtig, alles ist so, wie es sein sollte. Aber diese Schwierigkeit des Weges, die Mühsal des Rucksack-Schleppens, die Schikanen des Kletterns - sie passen nicht zu meinem Gefühl. Sie verhaken sich in meinem Inneren und machen mich wütend und traurig. Etwas stimmt hier nicht. 

 

Erst am Strand wird es ganz licht und leicht in mir. "Das ist nicht deine Heimat." Dieser Satz löst den Knoten in meinem Inneren. Es macht mir mit einem Schlag bewußt, das ich die ganze Zeit versucht habe, das Paradies in meiner Seele mit dieser Erde zu einem Ganzen zu verschweißen. Aber die Welt, die ich damals mit geschaffen habe, ist nicht mehr die, die ich vor mir sehe. Die Leichtigkeit des Seins von damals, hat der Erdenschwerde Platz gemacht. Die Fähigkeiten von damals sind eingeschlafen. Diese Erde wurde nicht dafür geschaffen, mühsam über die Steine zu klettern. Sie wurde für die pure Freude geschaffen. In Lemurien braucht ich nicht mit einem Rucksack durch das Land zu ziehen und mir Wege zu bahnen. Eine Gedanke, ein Wunsch hat mich genau an den Ort gebracht, an dem ich sein wollte. Ich konnte wie ein Stein auf dem Wasser tanzen. 

 

Dieses Gefühl habe ich jetzt nur an den Tagen, an denen ich ohne Rucksack unterwegs bin. Nur mit meiner klitzekleinen Tasche. Leicht, fast schwebend kann ich so über dieses grandiose Land fliegen und alles aufnehmen, was mich beschenken will. Ohne Last, ohne die unendliche Konzentration, die jeder Schritt auf dem Trail erfordert.

 

"Das ist nicht meine Heimat." Nein, sie ist es nicht. Ich bin ein Besucher in dieser Welt. Ich bin einer der Erträumer dieser Welt. Die Verbindung ist lebendig. Aber meine Heimat ist nicht hier. Es ist nicht die Welt der Menschen. Eine Welt verstrickt in Angst und Sorge. Ich komme aus einer anderen Welt. Ich komme aus der Welt purer Liebe. Einer Welt voller Freude, Leichtigkeit und Glückseeligkeit. Und ich bin dankbar, das jetzt wieder so deutlich fühlen zu können. Es schenkt mir die Ruhe, den Frieden und die Erleichterung, die mein Herz braucht, um wieder im Einklang mit meiner Seele schlagen zu können.

 

Und so kann ich auch die nächste Schulgruppe relativ gelassen ertragen, die am Nachmittag auf den Campingplatz kommt. Ich werde früh loslaufen, am nächsten Tag....

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