Tag 1 - Te Anau zur Clinton Hut

Bus, Boot und ca. 1,5 h Laufzeit, 5 Kilometer

Flach und sehr gemütlich

Fotos: Heike Würpel

Es sind nur wenige Schritt von meiner Unterkunft hinüber zum Bus. Aber es sind Weltengrenzen, die ich dabei überquere. Von der Unabhängigkeit und Stille hinüber ins Touristenleben. Plötzlich stecke ich mittendrin in festen Zeitplänen und bin umgeben von der Energie von Menschen, die in nur wenigen Tagen alles sehen wollen. Im Bus geht es noch, aber auf dem Boot, das mich zum Beginn des Milford Trails bringt, umringt mich dann eine große Gruppe Japaner. Samt Kameras, Mundmasken, Handschuhen und fröhlich-aufgeregtem Redeschwall. 

 

Sie bleiben mir auch auf dem ersten kurzen Abschnitt der Wanderung erhalten. Aber es ist einfach, ihre Gehgeschwindigkeit abzuschätzen und ihnen auszuweichen. Außerdem reicht ihr Tagesausflug nur bis zur ersten Unterkunft der geführten Wanderungen. Sobald ich diese luxeriösen Gefilde hinter mir gelassen habe, umfängt mich Stille. Und eine Landschaft, die mit jedem Schritt schöner wird. 

 

Schon auf den ersten Metern bin ich glückseelig in mein Märchenland aus bemoosten und mit Flechten verzierten Bäumen spaziert. Die Sonne strahlt vom Himmel, das Licht bricht sich durch die Zweige und zaubert die schönsten Grünschattierungen in meine Augen. Alles um mich herum atmet überfließende Lebendigkeit. Hier steckt soviel vibrierende Energie in jedem Milimeter! Und als ich dann auf den Fluß treffe, dem ich bis fast zum Pass folgen werde, hören meine Sinne nicht mehr auf nach dem nächstmöglichen Badeplatz Ausschau zu halten. Das Wasser ist glasklar und gesegnet mit Farbnuancen, die ich kaum für möglich gehalten hätte. Sattes Türkis, leuchtendes Blau und tiefes Grün - je nach Lichteinfall. Bloß gut, das die Wanderung heute nur circa 1 1/2 Stunden dauert. Es gibt viel zu viel zu sehen, um auch nur einen Schritt weiter gehen zu wollen. 

 

Gegen Mittag erreiche ich eine leere Hütte. Angenehme Stille, umsummt von den kleinen, immer präsenten Sandfly's. Aber sie stören mich nicht. Ich bin so im Frieden mit mir, so ruhig und gelassen im Inneren, das sie kaum auf die Idee kommen, mich zu stechen. 

 

Mein erster Ausflug geht direkt ins das eiskalte, köstliche, trinkbare und herrlich erfrischende Nass. Ich bin allein mit den neugierigen Vögeln. Sie kennen keine Feinde und hopsen deswegen mit Vorliebe ganz nah zu mir heran. Einer landet sogar auf meinem Kopf, um zu überprüfen, ob diese Haare zum Nest taugen. Es ist paradiesisch. Einfach nur absolut paradiesisch. Nackt im Sonnenschein zu liegen, den Sand unter der Haut zu spüren und das umgeben vom pulsierenden Leben!

 

So bleibt es den ganzen Nachmittag - Himmel! Entdeckungsreisen mit der Kamera wechseln sich ab mit Schwimmeinlagen. Es gibt noch einen anderen herrlichen Ort, ganz in der Nähe der Hütte. Voller Felsformationen und tiefer Wasserlöcher. Hier scheint die Sonne bis zum frühen Abend und lädt mich immer wieder zum Ausflug ins sprudelnde, gurgelnde und wirbelnde Leben ein.

 

Was für ein Beginn. Was für ein herrlicher Auftakt! Und die Wetteraussichten stehen weiterhin auf Hoch. In Fjordland, einem der regenreichsten Orte dieser Welt! Es ist unglaublich!

 

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