Zu Hause in allen Welten 

Fliessende Übergänge - Freier Atem

Von Tasmanien, nach Melbourne - der erste Flug - der erste Zeitsprung. Mitten hinein in eine Metropole voller Leben, aufgedrehter Lautstärke und ungewohnter Geschäftigkeit. Alles hier ist in Bewegung. Jeder schlängelt sich aufgeregt und suchend durch den Wolkenkratzerwald. 

Und ich entdecke zum ersten Mal die Schönheit einer Stadt, in der sich alte Kolonialgebäude mit neuer hochragender Architektur zu einem ganz eigenen, wunderschönen Ganzen verbinden. Aber ich erlebe auch, wie sehr meine Augen nach den vertraut-verschnörkelten europäischen Formen suchen. Ich fühle, das es Zeit ist, auf meinen eigenen Kontinent zurückzukehren. Doch vorher warten noch zwei absolute Höhepunkte.

 

Melbourne - Sydney - Uluru - der zweite Zeitsprung - zweiter und dritter Flug. Ich bin über ein Land unendlicher Weite und wilder Schönheit geflogen. Die Häuser verschwinden trotz der enormen Ausdehnungen der Städte in Minutenschnelle. Nur die schnurgeraden Linien, die das Land zertrennen, wie ein Skalpell, erinnern noch an die langen Reihen swimmingpoolbestückter Einfamiliendomizile. Nur die Erde bleibt. In einem langsamen Pulsschlag. Pur, unverstellt. Ich tauche in ein Meer aus Braun, Gelb, Weiß, Rot und Grün. Kein Milimeter gleicht dem Anderen. Unter mir webt sich ein Teppich in grenzenloser Vielfalt. Und mein Herz wird mit jedem Atemzug weiter und weiter. Als auch die Straßen verschwinden fließe ich mit den Linien des Horizonts. Eins. So, wie am Uluru selbst. Mitten auf dem wunderbar rotem Boden. Mitten im Pulsschlag des Berges. Mitten im spirituellen Herz Australien.

 

Uluru - Sydney - Perth - vierter und fünfter Flug - dritter Zeitsprung. Von der glühenden Hitze des Outbacks, in die glühende Hitze der Stadt. Von 50 Grad Celsius zu knappen 40 Grad. Von einem Ozean der Weite in einen Ozean der Steine. Von einem kleinen Zelt in eine Bibliothek. Ich bin zu Gast bei einem Freund. Und gleichzeitig an der Quelle aller Informationen zu den Aborigines, die ich mir nur hätte wünschen können. Ich lerne, lerne und lerne. Und ich begegne endlich einigen Menschen vom Stamm der Noongar. So, wie zuvor den Menschen vom Stamm der Ananga, die am Uluru leben. Aber diesmal geht die Verbindung tiefer. Weil ich die Hintergründe genauso erfahre, wie alles, was meine Sinne aufnehmen können. Und weil beide Welten sich verbinden. Die meines Verstandes und die meines Herzens. 

 

Perth - Dubai - Deutschland - sechster und siebter Flug - vierter Zeitsprung. Zurück nach Hause. Zurück in die vertraute Sprache. Zurück in einen Frühlingstag mit einem blauen Himmel, der weit entfernt vom Strahlen des fünften Kontinents ist. Das Licht ist gedämpft. Die Farben sind gedämpft und auch die Menschen sind gedämpft. Ihre Kleider sind so dunkel, das sich meine Augen verwundert nach Farbklecksen umsehen. Der Stimmung fehlt die leichte Fröhlichkeit. Aber das macht nichts, denn sie lebt in mir. Und sie strömt aus mir heraus, wie ein Wasserfall. 

 

Ich komme an. Schneller, als erwartet, unproblematischer, als befürchtet. Selbstverständlich, trotz des Jetlags der ersten Tage. Ich spüre meine Veränderung. Tiefer, weiter und sehr viel umfassender, als ich es am anderen Ende des Regenbogens spüren konnte. Erst hier, im Kontakt mit meiner alten Wirklichkeit fällt mir auf, wie sehr ich in mir selbst aufgegangen bin. In ein neues, größeres, gelasseneres, mutigeres und in federweiße Leichtigkeit eingehülltes Selbstbewußtsein. Es geht mir fantastisch mit mir. Und es sprüht Funken.... 

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