Platzwechsel 

Willkommen im Mittelpunkt meines Lebens!

Mein Leben ändert sich im Augenblick rasant. Alles, was sich still und leise in den letzten Wintermonaten vorbereitet hat, in kleinen, fast unmerklichen Ereignissen und Schritten, kommt jetzt mit einem Knall ans Tageslicht und krempelt mein gesamtes Selbstverständnis um. 

 

Gestern und heute war eines meiner grundlegendsten Glaubenssätze dran. Verbunden mit der Erkenntnis, woher er kommt, warum ich ihn die ganze Zeit in mir getragen habe und wie er gewirkt hat. 

 

Mir wurde schon oft bewußt, wie unglaublich tief ich als Kind die Überzeugungen meiner Eltern in mir aufgesogen habe. Und wie verzweifelt ich mein Leben lang versucht habe, sie zu bestätigen. Damit meine Eltern recht behalten. Damit sie die unantastbaren Instanzen der Wahrheit bleiben können. Als Beweis meiner Liebe. Und vielleicht auch, um zu helfen, zu heilen und aus einem ganz subtilem Gefühl der Verpflichtung heraus.

 

Die meisten dieser Überzeugungen haben mit meinen eigenen Erfahrungen, Gefühlen und Wünschen extrem kollidiert. Meine Lösung aus dem Dilemma war immer eine Art von Kompromiss. Auch im aktuellen Fall.

 ......

 

"Ich bin nicht wichtig. Nicht als die, die ich wirklich bin. Sondern nur als Ersatz. Als Projektion. Als irgendeine Art von Droge oder Ablenkung. Aber niemals als ich selbt."

 

Vor zwei Tagen ist mir klar geworden, das dieser Glaubenssatz in mir existiert und das es gar nicht meine eigene Überzeugung ist. Es ist etwas, das ich von meiner Mutter übernommen habe. Ein tiefes Lebensgefühl. Eine tiefe Verzweiflung. Ein stilles Leiden. 

 

Meine eigenen Gefühle für mich waren aber vollkommen anders.

 

"Ich bin wertvoll. Ich bin wichtig. Als die, die ich bin. Genauso, wie ich bin." 

 

Wunderbar. Zwei Extreme. Und jetzt? Was fange ich damit an?

 

......

 

Wie kann ich aus diesen Beiden eins machen? Welchen Weg konnte ich gehen, um sowohl meiner Mutter recht zu geben, als auch meinem eigenen Gefühl vom Sein? Wie konnte ich ihr mit meiner Bestätigung ihres Wesens helfen und im gleichen Atemzug auf mich selbst hören?

 

Mit einem Kompromiss-Glauben.

 

"Ja, ich bin wertvoll, aber keiner will es wissen. Ja, ich bin wichtig, genauso, wie ich bin, aber letztlich interessiert es niemanden."

 

Was für eine wundervolle Verquickung. Kreativ und gleichzeitig unglaublich schöpferisch. Dieser Glaubenssatz hat mein Leben bestimmt. In allen möglichen Facetten. Auf allen möglichen Ebenen. Ich habe mir immer wieder Situationen eingeladen, die diesen Glauben bestätigen konnten. Ich habe durch die Augen dieses Glaubenssatzes auf meine Welt geschaut und dabei konsequent und permanent alles ignoriert, ausgeblendet und als unwichtig eingestuft, das mir eine andere Wahrheit ins Gesicht geschrien hat. 

 

Alle meine Freunde, haben mir etwas anderes gespiegelt. In mir selbst ist die andere Stimme jeden Tag stärker geworden. Und mit den Jahren wurde es zunehmend schwieriger, das nicht zu sehen. Es zu ignorieren und in diese krumme, schräge Form zu stemmen. Aber es hat tatsächlich bis jetzt gebraucht, um das ganze Gebilde zu durchschauen. Und darüber hinaus zu wachsen. 

 

......

 

Im Moment genieße ich den Frieden und das Glück in mir. Meine Welt hat sich vom Kopf auf die Beine gestellt. Mein Universum ist eingenordet. Ich bin von einer verkannten Randfigur der Geschichte in den Mittelpunkt gerückt. Und mein grundlegendes Lebensgefühl lautet jetzt ganz klar:

 

"Ich bin wundervoll. Ich strahle etwas aus, das andere Menschen bereichert, sie nährt und sie anzieht. Ich schenke etwas aus meinem Wesen heraus, das unendlich wertvoll ist. Für diese Welt, für die Herzen und Seelen, die ich berühre. Ich bin ein Geschenk. Und die Menschen freuen sich darüber. Sie wollen es. Sie wollen mich, genauso, wie ich bin und keinen Deut anders. Genauso, wie mich das Leben selbst, als die umarmt, die ich wirklich bin."

 

Yippih! Meine Welt hat sich verändert. Auf was für eine wundersame Weise. Ich fühle mich fantastisch und ich kann all die neu gestellten kleinen Rädchen in mir fühlen. Die Zweifel fallen ab und alles, womit ich mich bisher klein gehalten habe, geht winkend von dannen. Die Straße liegt offen vor mir. Und in mir strahlt die Sonne, warm und leuchtend.

 

Wenn ich so etwas wie Abwehr oder Ablehnung erlebe, bringe ich es nicht mehr vollautmatisch mit meinem eigenen Wesen in Verbindung. Ich prüfe auch weiterhin, fühle nach und ertaste, ob diese Reaktion ein Geschenk für mich enthält. Wenn nicht, lasse ich es dort, wo es hingehört. Beim Anderen. 

 

Ja, genau so sollte es sein. Genau so ist es richtig. Genau so, will ich weitergehen. Himmel - dieses Leben ist absolut wundervoll!

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