Tag 4 - Von der Ebertswiese nach Oberhof

Gehtempo: Zügig und voller Energie

18,8 Kilometer plus ca. 2 Kilometer in den Ort hinein

                                                                                        Fotos: Heike Würpel

In dieser Nacht hat sich alles verändert. Aus dem Nebel, der gerade mal den nächsten Strommmast vage erkennen ließ, ist ein klarer Morgen geworden. Weite Blicke über die schönste Bergwiese am Rennsteig. Ein plätschernder Brunnen. Kühle Luft. Mein Frühstück absolviere ich in Rekordzeit, raus, einfach nur raus in diese wunderbare Welt!

 

Meine Füsse tragen mich wie von selbst, ich strotze nur so vor Energie und Tatendrang. Diesmal sortiert mein Kopf keine Enttäuschungen und die Tränen haben Urlaub - ich erhasche Zipfel um Zipfel meines neuen Lebens. Und ich spüre die Lust wieder. Die Lust darauf, ich selbst zu sein. Mit Haut und Haar. 

 

Da ist eine Art Abnabelung geschehen in den dunklen Stunden. Ein Abschied vom Brauchen und vom Warten auf Andere. Ein Loslassen vom Schielen auf Einen, der vorangeht und dem ich nur folgen muss. Ich bekomme eine Ahnung, wie es sein kann. Allein. Unabhängig. Frei. Fantastisch.

 

Schritt für Schritt. So, wie dieser Weg, wird es gehen.

 

Schritt für Schritt, mein Tempo, mein Rhythmus, meine Art. Es ist nichts, was im Vorbeihetzen zu erledigen wäre. Jeder Teil von mir, jede Körperzelle muss hinterherkommen. Muss hineinwachsen in die neue Überzeugung, in eine neue Heike. Auch das wird mir wieder klar. Und das ist gut so, denn ich neige dazu, mich selbst anzutreiben, wie ein Trommler auf einer Sklavengaleere. Nein. Langsam. Tief atmen. Schauen. Fühlen und heute auch genießen!!!!

 

Und so führen mich meine Füße vorbei an grandiosen Ausblicken im Sonnenschein und weiten Bergwiesen. Vorbei an einer wunderbaren Landschaft ohne Menschen. Bis mich die Ausläufer von Oberhof begrüßen und ich am liebsten vorbeilaufen würde. Häuser, Autos, Straßen, Lärm, Baustellen. Aber es zieht mich auch hinunter in den Ort. Zum kleinen Buchladen. Zum Supermarkt, der Biosachen verkauft. Zu einem Picknick aus meinen Wunschzutaten auf dem Bett. Zu einem Platz, in dem es mehr gibt als nur ein Haus im Wald, ein Restaurant und ein Bett....

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