Gemischte Gefühle 

Die Kanalinseln überrollen mich

Fotos: Heike Würpel

Der Flug im Juli von Edinburgh nach Jersey hat mich zurück in die geschäftige Welt katapultiert. Ich wußte vorher, es wird voll und laut, es ist Hochsaison auf den Kanalinseln. Aber die Wirklichkeit ist so heftig, das ich große Mühe habe, mich selbst noch zu spüren. 

 

Menschen über Menschen, Autos über Autos. Alles wälzt sich durch die engen Sträßlein und trifft sich am Ende auf den Klippenpfaden oder den diversen touristischen Höhepunkten. In Zeiten wie diesen verstehe ich noch weniger, warum die Steuerflüchtlinge dieser Welt sich ausgerechnet diese Inseln zum Leben aussuchen. Es ist doch schon übervoll!

 

Natürlich - die Natur ist ein Traum, das Klima ebenfalls. Atemberaubende Blütenpracht, himmlische Strände, türkisfarbenes, klares Meerwasser und eine wunderschöne Steilküste - das alles sind echte Argumente, aber was hilft es, wenn an jeder Ecke die Menschen übereinanderpurzeln? Wie kann ich einen Strand noch genießen, wenn es dort schon fast so zugeht, wie am Mittelmeer im August? Sardinen-Feeling... 

 

Egal, wohin ich mich wende, irgend jemand ist schon da. 

 

Englische Sommertouristen, französische Yachtbesitzer, Hunde ausführende Einheimische. Alle genießen das Leben, die Auszeit von ihrem Alltag - alle gleichzeitig. Sie feiern, sie tanzen, sie lärmen und sie wollen, das es ihnen einmal im Jahr so richtig gut geht. Nur die sprichwörtliche englische Rücksichtnahme und Höflichkeit lässt diesen Wunschpunsch überhaupt noch erträglich sein. 

 

Das ist es auch, was ich wirklich genieße und bewundere. Was auch immer für ein Chaos sich über ihren Köpfen zusammenbraut, Engländer kann nichts umhauen. Sie geben weiter freundlich Auskünfte, gewähren lächelnd Vorfahrt und sind mit genau dem richtigen Touch interessiert an ihrem Gegenüber. Unglaublich. Ich hätte längst das Weite gesucht. 

 

Gut, das ich die kleinen Stellen kenne, in denen ich selbst hier Ruhe finden kann. Unentdeckte Pfade, alte Ganggräber, Orte im Inselinneren. Sie geben mir die Balance, die mich selbst für ein paar Stunden in das quirlige Treiben der "Battle of Flowers" eintauchen kann - unbeschadet und mit Freude. Es ist faszinierend, zuzuschauen, mit wieviel Herzblut die Menschen auf diesem Blumenumzug bei der Sache sind. Die Designs der Wagen beschäftigt die einzelnen Gemeinden das gesamte Jahr über, ganz zu schweigen von den Anstrengungen die Ideen in Trocken- oder Frischblumenform zu bringen. 

 

Ja, ich finde den Raum, zu genießen, aber ich weiß auch, das ich nicht noch einmal zur Hochsaison hierherkommen möchte. Frühjahr? Wunderbar! Herbst? Klar! Winter? Ja, warum nicht! Die Kanalinseln sind Kleinode, wunderschöne Tupfer im Ärmelkanal, aber die Menschenwellen des Sommers überlasse ich lieber Anderen.....

 

 

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