Frankreich-Portugal 

Vom Geist zum Körper

Von Paris an die Loire. Schwelgen in der Architektur, der Sprache, in der Geschichte und im Essen. Ich genieße es, vom ersten bis zum letzten Augenblick... Und erlebe mich selbst. Sehend, vermittelnd, fühlend. Mein Geist ist in voller Aktion. Er hinterfragt, analysiert, verknüpft und lernt. Die Schicksale der Menschen aus der Vergangenheit sind mir ganz nah. Ihre Geschichte zu erzählen und in ein neues Licht zu setzen, entpuppt sich als eine meiner wichtigsten Wünsche im Leben.

 

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Wenige Tage später - ein Kontrastprogramm. Ich hatte mich gerade an die herrlichen Herbststimmungen auf dem Kontinent gewöhnt. An kühler werdende Tage und warmes Licht. Die Vorboten des Winters wehten heran, aber ich bin urplötzlich mitten im tropisch-schwülen Azoren-Klima gelandet und brauche eine Ewigkeit, um mich umzugewöhnen. Die ersten Tage sind die Hölle. Wege, die auch unter normalen Umständen eine Herausforderung wären, werden in der Hitze des Tages, kleine Himalaja-Plässe. Was ich vor allem unterschätze, ist die Menge an Wasser, die ich in mich hineinschütten muss, um unter diesen Bedingungen die Anstiege hinaufzukommen. Eine Fast-Dehydrierung später, bei der ich den letzten Hügel nur im Zeitlupentempo hochkrieche, ändert mich spürbar. Und mit jedem Schritt kommt mehr dazu.

 

Ich erlebe meine eigene Kraft. Meinen Willen. Und die Fähigkeit, mit allen Widrigkeiten klarzukommen ohne in Panik zu geraten. Auch wenn ich allen Grund dazu hätte. Zum Beispiel bei diesem Aufstieg zum Pico, der ab der zweiten Hälfte im Nebel stattfindet. Sichtweite fast Null. Die Markierungsstangen sind nicht mehr auszumachen. Es ist kalt, der Wind pfeift, aber ich steige dort mit schlafwandlerischer Sicherheit hoch und runter, als hätte ich mein Leben lang nichts anderes getan. Dabei bin ich nass und durchgefroren wie eine gebadete Maus im Wintersturm. Jeder Stein ist rutschig und ein falscher Schritt könnte mich im  großen Nichts landen lassen. Aber in mir spüre ich nur Konzentration und Fokussiertheit. Als könne mich nichts um ich herum aus der Ruhe bringen. 

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