Willkommen im Kulturhimmel

 Der Götterboden auf dem Kontinent

Frankreich. O là là.... 

 

Ich habe eine Weile gebraucht, um mich hierher zu wagen. Der Ruf der Franzosen, überheblich zu sein, eilt ihnen sehr weit voraus. Genauso wie der, nur französisch zu verstehen. Mit einer anderen Weltsprache ist man hier schlichtweg aufgeschmissen. Nicht weil die Franzosen nicht könnten. Sie wollen nur nicht. Ihre Sprache ist ihnen heilig. Nicht umsonst haben sie diese wunderbare Institution geschaffen, die sich um die Reinheit des französischen bemüht. Ein Mammutunterfangen, bei dem alle Anglizismen fleißig übersetzt und ein-französischt werden. Mit zweifelhaftem Erfolgt. 

 

Zugegeben, diese Sprache ist es, die mich von Anfang an in den Bann zieht. Ich habe mich sofort in diesen Klang verliebt. Er ist pure Harmonie und Musik. Von daher kann ich das ganze Bemühen schon verstehen. Aber, das deshalb alle Ohren taub bleiben für Menschen, die ihrer "Zunge" nicht mächtig sind, halte ich nicht für besonders liebens- oder gar nachahmenswert. Vom herzlichen willkommen für Fremde bleiben da wenige Spuren.

 

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Vielleicht wollen die Franzosen das Land einfach für sich selbst haben. Nur wenige Völker bleiben so gern zu Hause, wenn sie auf Reisen gehen. Frankreich ist die Urlaubsdestination Nummer Eins für seine Einwohner. Und alle gehen sinnigerweise gleichzeitig innerhalb von vier Wochen in die Ferien. Dann sollte man als Ausländer einen großen Bogen um die überlaufenden Touristenorte machen. Es sei denn, man möchte den Franzosen an vollen Stränden, mitsamt ihren großen Familien beim erholen zuschauen.... Spannend ist es allemal. 

 

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Es braucht jede Menge Selbstbewußtsein, um hier unterwegs zu sein. Aber dann fällt man quasi Schritt auf Tritt über Schätze. Kunst, Geschichte und Kirchen, die atemberaubend sind. Alles ist hier versammelt in einem der wichtigsten Länder Europas. Für mich existieren hier auch einige der wichtigsten Kraftplätze, die ich kenne. Und selbst die Natur hat ihr Füllhorn ausgeleert. Steilküsten, die in ihrer Wildheit nur hoch im Norden übertroffen werden - wenn überhaupt. Kilometerweite Sträne an der südwestlichen Atlantikküste. Wunderbar schroffe Berg, sanfte Hügel, endloses Grün und weiter blauer Himmel. Perfekt.

 

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Weniger perfekt ist der Umgang mit all diesen reichen Gaben. Atomkraftwerke sind absolute Normalität in Frankreich. Es ist das Land Europas, das seine Energie fast ausschließlich aus Radioaktivität gewinnt. Das Land, das niemals vor Atombombenvesuchen zurückschreckte - weit weg natürlich - am anderen Ende der Welt, aber auf ihrem Boden, in den Kolonien der Südsee. Das damit ein weiter Bereich des Pazifiks verseucht wurde, schert niemanden. Die Umweltpartei hat auch nicht viel Resonanz in "Gottes Land". 

 

Das Geniessen des Lebens ist wichtiger, als das Nachdenken über die Folgen. Es gibt sicher tausendmal mehr Kochbücher als Greenpeace-Magazine in Frankreich. Alles geht über den Magen. Und - ja, die Küche ist ein Gedicht. Stimmt absolut. Aber muss man sie deshalb zur Religion erheben? 

 

So ganz, ganz langsam ändert sich etwas. Der Raubbau an der Natur zeigt ausgerechnet in der Küche seine Spuren und beginnt die Menschen nachdenklich zu machen. Filmemacher, wie Yann Arthus-Bertrand, zeigen die vielen kleinen Zeichen, die Warnung sein sollten. Und er zeigt auch eine Liebe zu dieser Welt, die mich sehr berührt. Aber bis die Botschaft ankommt, bei den Menschen, dauert es. Es dauert wirklich......

 

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