Im Herzen der Dunkelheit 

Offene Wunden

Dieser Monat hat mich abstürzen lassen. Tief hinunter. Dorthin, wo der Schmerz wohnt und die Verzweiflung. Dorthin, wo meine größte Verletzbarkeit zu Hause ist. Die innere Auseinandersetzung mit meinem Freund hat mich dahin geführt, wo mich niemand sonst hätte hinführen können. An die Wunden, die ganz versteckt in mir gewartet haben, bis das Tageslicht auf sie fallen darf. Weil ich endlich in der Lage bin, den Schmerz zu fühlen, ohne daran zugrunde zu gehen. 

 

Es hat Tage, Wochen und eine gute Freundin gebraucht, um den Mut zu finden, wirklich in die Dunkelheit einzutauchen. Es hat meine ganze Kraft gebraucht. Und es hat mich fast zerbrochen. 

 

Die Wunden stammen aus einer anderen Zeit, aber ich trage sie bis heute in mir. Und jetzt reise ich zurück in die Vergangenheit, um die Gegenwart zu heilen. 

 

Ich stehe nackt vor dir. Wehrlos. Kampflos. Ich sehe den Hass in deinen Augen, deine Wut und ich spüre dein Schwert in meinem Körper. Du tötest mich. Du. Der Mann, den ich liebe. Kann es einen größeren Schmerz geben. Kann ich mich mehr verraten fühlen?

 

Ja, es gibt etwas, das noch viel entsetzlicher ist. Das gleiche Szenario. Doch diesmal ist da kein Hass von dir. Da ist keine Wut. Da ist gar keine Reaktion. Ich stehe vor dir. Ich bin nackt. Ich zeige mich. Ich verstecke nichts. Keine Mauer. Kein Schutzwall. Ein offenen Herz. Und du drehst dich wortlos um. Als wäre das, was ich bin, nichts. 

 

Es ist eine bodenlose Tiefe, in die ich stürze. Jeder Orientierungspunkt verschwindet. Meine Identität, mein Selbstverständnis löst sich in Luft auf. Pure Verzweiflung. Der tiefste Schmerz, den ich je gefühlt habe. 

 

Es gibt ein Licht auf der anderen Seite der Dunkelheit. Ich ahne sie, als der Monat langsam und zäh zu Ende geht. Ich kann spüren, das Heilung geschieht. Allein das Zulassen dieser Gefühle ist ein Riesenschritt nach vorn. Doch es geht nur allmählich und langsam. Zentimeter für Zentimeter. Schrittchen für Schrittchen. 

 

......

 

Ich möchte stehenbleiben können. Vor dir. Vor jedem Menschen. Stehenbleiben mit offenen Händen. Stehenbleiben mit offenem Herzen. Stehenbleiben mit der Liebe in mir. Ohne Panzerung. Ohne Schutz. Ohne Angst. Ich möchte dir in die Augen schauen können, voller Vertrauen ins Leben und mit einem tiefen Gefühl von Verbundenheit - unabhängig davon, was du damit machst. Ich möchte mich nackt zeigen, ohne Erwartung, ohne Furcht vor Verletzung und dabei doch ganz verletzbar sein. 

 

Der Weg dahin führt darin, unterscheiden zu können, welche Gefühle zu dir und welche zu mir gehören. Mitzufühlen, ohne es persönlich zu nehmen. Zu wissen, wer ich bin, ohne einen Beweis dafür von dir zu brauchen. Zu verstehen, was dich antreibt, ohne es vollautomatisch auf mich zu beziehen. Ich möchte dich sehen können, ohne Filter, ohne Schleier. Voll und klar. Und ich möchte mich genauso zeigen. 

 

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Ich bin Liebe. Ich liebe dich. Ich liebe die Menschen. Egal aus welchem Land sie kommen. Egal aus welcher Kultur. Egal, welchem Gott sie folgen. Ich liebe. 

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