Tag 11 - Von Bad Feilnbach nach Bergen

Entfernung: ca. 60 Kilometer

ca. 150 Hm ↑, ca. 100 Hm ↓

       Fotos: Heike Würpel

Straßen. Straßen. Straßen.

 

Es könnte so schön sein, in dieser Landschaft. Aber die Menschen haben es tatsächlich geschafft, jedes Zipfelchen dieser Umgebung mit Asphalt zu bedecken und dafür zu sorgen, das nirgends mehr Stille und Frieden schwingt. Die A8 ist schrecklich. Sie verlärmt nicht nur den Chiemsee sonder auch alles andere um sie herum. Und ihr muss ich folgen, wenn ich weiter in Richtung Berchtesgarden will. 

 

Ich wußte, was kommt, aber irgendwie fühlt es sich viel schlimmer an, wenn man mitten drin steckt. Am Beginn kann ich es noch ganz gut kompensieren. Das erste Wegstück ist auch noch schön, aber spätestens ab dem Chiemsee wird es schwierig. 

 

Wieder verfahre ich mich. Diesmal lande ich direkt neben der Autobahn und folge ihr endlose Kilometer. Ein Riesenumweg wird daraus. Aber auch ein paar schöne Wegentdeckungen.

 

Trotzdem. Was mache ich hier eigentlich? Ich glaube, heute war ich eigentlich nur noch zum "beweisen" unterwegs. Wirkliche Freude hat es mir nicht gemacht. Die scheint im Allgäu geblieben zu sein. Wird das so weitergehen? Die Autobahn jedenfalls wird bleiben, das weiß ich. Tue ich das hier eigentlich wirklich für mich oder möchte ich einfach nur zeigen, wie toll ich bin? 

 

Als ich am Nachmittag in Bergen sitze und ein Eis schleckere fühle ich mich so ausgebrannt und erschöpft, das ich heulen könnte. Der Tag war noch dazu sommerlich warm und damit komme ich auch nicht wirklich klar. Eigentlich komme ich mit gar nichts klar. 

 

In mir arbeitet immer noch die Begegnung mit meinen Freunden bei Lindau. Dieser Abend und die Erkenntnis, das mich auch dort jeder nur so wahrnimmt, wie er mich wahrnehmen will. Nicht, wie ich bin. Für welche "Belohnung" fahre ich dann hier? Wenn es doch niemand sieht? Wenn doch alle nur mit sich selbst beschäftigt sind. Naja, mein Kopf sagt, ich fahre für mich. Aber meine Gefühl steckt noch voll in der Abhängigkeit und möchte Loblieder hören. 

 

Ich stehe neben mir, schüttle den Kopf und verkrümele mich in mein Zimmer. Das Gasthofessen liegt mir schwer im Magen. Es war typisch, urig und fettig. Danke, nicht noch einmal. Und das gilt heute wohl für alles.

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