Tag 12 - Von Bergen nach Berchtesgaden

Entfernung: ca. 70 Kilometer

ca. ca. 650 Hm ↑, ca. 450 Hm ↓

                                                                                       Fotos: Heike Würpel

Es ist ruhiger in mir, heute morgen. Und irgendwie gelassener trotz einer langen, langen Etappe, die vor mir liegt. Der Tag wird heiß. 24 Grad. Sommerwetter. Aber ich lasse es innerlich friedfertig angehen. Und irgendwie, irgendwie funktioniert das. Zumindest beim Radeln. 

 

In Siegdorf entdecke ich einen schnuckligen kleinen Bioladen, Traunstein bleibt links liegen. Dann hinauf auf den Bergrücken, die Kulisse der Alpen immer im Blick. Wunderschön ist es. Hoch. runter. Mittagspause in Teisendorf. Wieder ist dort ein Bioladen, der mich mit dem Picknick versorgt. Högelwörth. Leider ist es zu früh und auch hier ist zuviel los. Weiter zieht es mich. 

 

Nach Bad Reichenhall. Ein paar Fotos im Kurpark, ein Picknick am Fluss, Bärlauch auf dem Weg. 

 

Aber in mir ist ein klares Ziel spürbar. Ich will nach Berchtesgarden. Ich will über den Pass. Steil hinauf. Schieben. Schieben. Schieben. Himmelsleiter. Es ist purer Willen, der mich über den Gipfel trägt. Stahlhart. Ich kann es deutlich spüren. Und bin am Ende zwar irgendwie glücklich, aber auch angefüllt mit Kopfschmerzen. Es war zuviel Sonne. Es war zuviel Hitze. 

 

Wieder ist da diese Frage. Was mache ich hier eigentlich. Sie ist mitgereist durch diesen Tag. Mein Zimmer direkt an der Hauptstrasse macht es nicht besser. Das Essen hilft nicht. Die Nacht ist ein Alptraum. Was machen alle diese Menschen hier? Berchtesgarden ist genauso überfüllt wie die Münchner Gegend. Dabei fängt die Saison doch gerade erst an. Wie soll das hier im Sommer sein? Warum schwirren alle herum wie wilde Bienen auf der Suche nach Honig? Warum schwirre ich genauso hier herum? Oder ist es doch anders? Ich weiß es nicht mehr. 

 

Es ist zuviel. Es ist alles weiterhin zuviel. Und ich bin nur glücklich, das ich morgen nicht wieder acht Stunden radeln muss. 

 

Der einzige Zeuge meiner Leistung - das bin ich selbst. Es fühlt sich armseelig an. Und gleichzeitig ist das doch dieses kleine Glück, im Magen, oben rechts. Weil ich etwas geschafft habe, das ich kaum für möglich gehalten hätte. Aber - um welchen Preis? Habe ich meinen Knien, habe ich meinem Körper damit wirklich einen Gefallen getan? War das wirklich eine gute Vorbereitung für dieses Jahr oder das blanke Gegenteil. Ich weiß es nicht. Weiß ich überhaupt etwas?

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