Das Fließen des Lebens

Geschenke vor deiner Haustür

Ich habe schon so viele Urteile und Vorurteile über mein Leben gehört. So viele Reaktionen erlebt. Jeder hat eine Meinung. Jede Meinung speist sich aus den eigenen Erfahrungen und Vorstellungen. Jedes Mal ist es mir sehr schwer gefallen, zu unterscheiden, zwischen der anderen Idee und mir selbst. 

 

Das verändert sich immer stärker. Mehr und mehr lerne ich zu differenzieren. Mehr und mehr lerne ich zu trennen. Und immer klarer zeigt sich diese Stimme in mir, die mir den Weg weist, in mein eigenes Leben. Nicht zu einer Kopie eines Anderen. Ich hätte nicht gedacht, das es so schwierig ist. Ich habe nicht damit gerechnet, das die äußeren Vorstellungen und Zwänge so eng gestrickt sind. Aber gerade jetzt zeigt es sich deutlich, wie schnell die Grenzen erreicht sind. 

 

Ich bin ein Wesen, das im Fließen zu Hause ist. Ich bin Wasser, das sich bewegen will. Ich bin lebendig und voller Energie, wenn ich unterwegs bin. Neues aufnehmend. Lernend. Verbindend. Beschreibend. Beobachtend. Ich bin hier, um vorbeizukommen, nicht um zu bleiben. Ich bin ein Vogel, der fliegt. Ein Vogel, der nur kurz ein Nest benutzt und dann weiterzieht. Ich kann überall zu Hause sein. Weil das zu Hause in mir ist. 

 

Mit dieser Art zu leben stoße ich an alle Ecken und Kanten, die es auf dieser Welt so geben kann. Ich stoße auf Widerstände und ich stoße auf Abwehr in allen Formen. Darin liegt - hinter dem ersten Schmerz - eine ungeheure Chance. Ich kann mich neu sortieren und wirklich unterscheiden. Ich kann mich selbst fühlen, in einer Intensität und Klarheit, wie nie zuvor. 

 

Ja, ich fließe. Ich fließe durch die ganze Welt. In mir ist Stille und Frieden. In mir ist Glück in dieser Bewegung. Ich bin Entdeckerin, Botschafterin und Biographin. Ich bin Heilerin und ich verbinde Welten. Mein Platz ist nicht zu Hause hinter einem warmen Ofen. Mein Platz ist nicht in einer festen Struktur oder Gemeinschaft. Ich bin weder Mutter noch Versorgerin. Ich bin nicht diejenige, die Häuser baut oder materielle Räume erschafft. Ich bin für die Seele zuständig. 

 

Ich komme zu dir und bringe dir Geschenke mit. Neuigkeiten, Bilder und Gefühle. Erkenntnisse und Weisheiten. Ich erzähle Geschichten am Lagerfeuer und lasse dich an der Größe und Schönheit der Welt hinter deiner Welt teilhaben. Es ist wie ein frischer Lufthauch, der dich umweht. Eine Ahnung, von dem, was da noch ist. Ich bin auch ein Spiegel für dein Leben. Ich bin da, höre zu und sage, was ich in dir sehe, wenn du es möchtest. Du kannst mich als Geschenk betrachten. Du kannst mich auch als Feind sehen, weil ich vielleicht etwas in Frage stelle, was für dich essentiell ist. Etwas, worauf du dich bisher verlassen hast. Dein Fundament. Deine Basis. Wind ist Wind. Er rüttelt an allem. Er bringt Sauerstoff in jede Ecke. 

 

Du kannst mich als arrogant betrachten, wenn du das möchtest und wenn dir das weiterhilft. Du kannst mir vorwerfen, es mir zu einfach zu machen. Du kannst behaupten, auf Kosten Anderer zu leben. Rücksichtslos. Du kannst mein Leben verurteilen - als haltlos und vor den wirklichen Verantwortungen des Lebens fliehend.

 

Nur, weil ich nicht so lebe, wie du. 

 

Aber niemand lebt so, wie du, außer du selbst. Und gerade das ist das Wundervolle an dieser Welt. Gerade darin liegt das Geschenk, der Reiz und der echte, tiefe Austausch. Gerade das ist die Anregung, die Energie und der Strom, der nie versiegt. 

 

So wie ich es sehe, ist diese Welt voller Geschenke. Ob sie von einem syrischen Migranten vor deine Haustüre fallen oder von mir. 

 

Die Frage ist eigentlich nur, was machst du, wenn einer von uns an deine Tür klopft???

 

 

 

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