Sehnsucht nach Freiheit

Schottische Träume

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Die Sehnsucht nach Freiheit ist Teil ihres Erbes. Die Zerstrittenheit untereinander ebenso. Das Eine verhindert das Andere. Auch das ist schottisches Schicksal. Clan gegen Clan, Ort gegen Ort, Nord gegen Süd, Englisch gegen Schottisch, Highlands gegen Lowlands - eine unendliche Geschichte aus Gegeneinander. Da halfen auch keine Helden - wie William Wallace. Die Schotten haben in der Regel selbst verraten oder ein Bein gestellt, wenn es um diesen unbändigen Freiheitswillen im Herzen ging. Die Angst, bestehende Pfrunde zu verlieren, war immer größer. 

 

England spielt in der schottischen Geschichte die wichtigste Rolle. Eigentlich scheint es, als würden sich die Schotten nur über diesen Feind-Freund im Süden selbst definieren können. Als würden sie nur mit ihrem Gegenpart wissen, wer sie selbst nicht sein wollen. Wenn es den Menschen hier oben im Norden wirklich um Freiheit gegangen wäre, dann wären sie schon lange ein unabhängiges Land. Aber es gab immer viel zu viele, die von den Segnungen Englands profitiert haben und die ihre erreichten Schätze nicht für so etwas Vages wie diese Freiheit aufgeben wollten. Letztlich ist es bis heute so geblieben. Schottland hat sich bequem eingerichtet im großen Britannien. Und England ist immer gut dafür, mit dem Finger draufzuzeigen, wenn irgendetwas nicht so läuft, wie es sich die Schotten vorstellen.

 

Es ist verrückt, dem zuzuschauen. Selbstbewußtsein - ja, es existiert, aber es ist nicht wirklich frei. Es kommt nicht von innen heraus, sondern eher als eine Art Trotzreaktion. Eigentlich fühlt sich Schottland unglaublich englisch an. Die Städte haben zwar andere Steinfarben als Südlich des Tweed aber die Art des Lebens gleicht in vielen Dingen einer englischen Kopie. Das kann man allerdings keinem Schotten sagen. Der Stolz auf die eigene Art, die Herkunft und das Schottisch-Sein sind unantastbar in den Herzen. Aber die Realität spricht eine andere Sprache.

 

Es ist eine Zerissenheit, die wehtut. Die sich aber an allen Stellen beobachten lässt. Von der regionalen Zugehörigkeit bis zur Sprache. Es gibt kein wirkliches Schottisch. Es gibt Gälisch und es gibt unendlich viele Dialekte des Englischen mit einem typischen schottischen Zungenschlag. Das war's. Ein Glaswegian versteht den Highländer nicht unbedingt. Weder früher noch heute. Die Inselbewohner sind sowieso ganz anders. Und so geht es weiter und weiter. Bis in alle Unendlichkeit. 

 

Ich würde mir wünschen, das es diesen wunderbaren Menschen hier oben irgendwann gelingt, wirklich ihre eigene Identität zu erfinden. Aus sich selbst heraus - aus diesem herrlichen Schmelztiegel von Geschichte und Völkerstämmen. Aus keltischen, englischen und schottischen Wurzeln. Eine Symbiose aus wildem Westen und "zivilisiertem" Osten, aus skandinavischem Norden und englischem Süden. Eine Symbiose, die den Reichtum dieses Landes widerspiegelt und den Stolz auf seine Natur. Es scheint noch ein ziemlich weiter Weg zu sein. Vielleicht hilft der Brexit im Süden. Vielleicht ist das Vereinen gegen einen ausgemachten "Feind" ein Weg. Aber er ist nicht die endgültige Lösung.

 

 

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