Am schönsten Ende der Erde

Die ganze Welt in einem Land

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Es ist und bleibt mein Traumland. Die Vielfalt der ganzen Natur ist hier versammelt - auf engstem Raum. Urwälder, Fjorde, weite Sanddünen, brodelnde Erde, Vulkanlandschaften, endlose Strände, Wasserfälle... Alles, was ich liebe, alles, was meine Seele streichelt. 

 

Doch ich übersehe dabei nicht die Risse im Paradies. Monokultur in den Wäldern - Forstwirtschaft, bei der mir die Haare zu Berge stehen, weil sie Boden auslaugt und riesige abgefällte Brachflächen zurücklässt. Überfüllte Wanderwege, bei der man sich eher wie auf einer Autobahn im Ruhrgebiet fühlt als mitten in der Stille der Natur. Die Fülle verleitet die Kiwis offensichtlich dazu, sie mehr und intensiver zu nutzen, als es die Grenzen von Regeneration zulassen. Es tut weh, das zu sehen. Es tut weh, es zu fühlen. Weil es hier noch viel, viel mehr auffällt, als in einer sowieso schon überstrapazierten Natur irgendwo in Mitteleuropa. Umweltbewußtsein war auf dieser Insel viel zu lange ein Fremdwort. Es war ja genug da. DDT spritzen? Warum nicht. Überall sonst war das verboten - in Neuseeland nicht. So fühle ich mich manchmal wie in der zu Hause schon längst überwundenen Vergangenheit, schüttle fassungslos den Kopf über die Sorglosig- und Gedankenlosigkeit oder pralle wie verbrannt zurück, wenn ich hinter der nächsten Ecke wieder über so eine Ungeheuerlichkeit stolpere.

 

Gleichzeitig gibt es hier soviele alternative Ansätze, Gemeinschaften und engagierte Menschen wie nur an wenigen Flecken sonst auf dieser Erde. Es ist das Land purer Kreativität und spielerischer Lebendigkeit und Entdeckerfreude. Perfektion und organisiserte Planung sind hier zweitrangig. Es geht um das Miteinander und den Spass dabei. Nicht um die äußere Form, sondern um die Zufriedenheit der Mitwirkenden. 

 

Eine ganz eigene Kultur hat sich aus dem englischen Mutterboden entwickelt, den die Siedler damals mit in diese entfernte fremde Welt brachten. Und nur langsam entdecken die Menschen, das sie wirklich anders sind und nicht nur blasse Kopien ihrer britischen Vorbilder am anderen Ende der Erde. Langsam beginnt das Entdecken der Maori-Kultur, ihrer Sprache, ihrer Philosophie und das Verweben der besten Seiten beider Welten. Langsam spüre ich ein eigene Selbstbewußtsein, das so lange fehlte, weil England so übermächte erschien - im Denken und im Handeln. Die innerliche Abhängigkeit geht. Dafür blüht etwas auf, das neu ist. Kraftvoll. Unabhängig. Frei und wunderschön. 

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