Die Schlagkraft der Angst

Vom Opfer zum Täter

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Wohin steuern diese beiden "Feinde", die so unendlich ähnlich sind? Wohin steuern zwei Brüder, die sich in immer neuen Hass- und Angstfeldzügen zu überzeugen versuchen, wie schrecklich der Gegner doch ist. Trennt sie wirklich nur ihr Glauben? Ja, der Glauben in ihrem Kopf und die Angst in ihrem Herzen.

 

Israel isoliert sich selbst von der Welt und den Menschen. Das Trauma des Holocaust wirkt mit unverhüllter Wucht und macht aus der Ohnmacht der Opfer mitleidlose Täter, die jede ihrer Handlungen mit vorauseilendem Vorbeugen rechtzufertigen versuchen. Eine echte Aufarbeitung und einen Blick in die eigene Geschichte hat es nicht gegeben. Gegeben hat es immer nur ein einseitiges Bild auf die Vergangenheit, das die eigene Verantwortung leugnet. Gegeben hat es den stetigen Versuch der Kontrolle, damit die Massenvernichtung nicht wieder geschieht. Kontrolle bei den Anderen. Bei anderen Regierungen, anderen Politikern und anderen Völkern. Aber - was ist mit dem eigenen Glauben? Dem Glauben vom auserwählten Volk, das eine enorme Trennung verursacht. Einen tiefen Graben schafft, zwischen Juden und dem Rest der Menschheit. Auserwählt sein heißt besser sein und auch tiefer geprüft werden. So ein Glauben ist eine Autobahn in Richtung Selbstvernichtung. Wer hat das je hinterfragt oder auch nur gewagt, anzuschauen? Wer wird das je tun, bei so einem Tabu-Thema?

 

Geschieht das jedoch nicht, dann wird Israel weiter Unrecht erschaffen und sich mit Recht brüsten, das nur in seinem Kopf existiert. Es wird Siedlungen bauen und fremdes Land annektieren und mit dem Vorwand des Selbstschutz alle Ablehnung in Grund und Boden argumentieren. Es ist ein gefährlicher Weg. Das ehemalige Opfer wird zum Täter. Ein endloser Kreis. 

 

Ein Kreis, der verdeckt, was dieses Land auf beiden Seiten der Mauer ausmacht. Was die Menschen prägt und was für Juwelen sie in den Händen halten. Es ist kaum sichtbar - diese Fähigkeit, an die eigenen Fähigkeiten zu glauben. Zu glauben, das alles möglich ist. Das jeder mit seinen Talenten etwas wert ist und daraus auch eine Existenz bauen kann. Es ist eine Überlebenskreativität, die einmalig ist in der Welt. Eine Art des Selbstbewußtseins, die ansteckend wäre, wenn sie nicht ins raumumfassende Extrem getaumelt wäre. 

 

Die Palästinenser stecken genauso fest in ihrer Rolle des Trauerspiels. Als Opfer. Opferlämmer, die ständig neu geschlachtet werden. Einziger Ausweg. Nadelspitzen aus Selbstmordattentätern. Es ist kein Ausweg, es ist pure Verzweiflung. Das Messer sitzt an der Kehle. Sie spielen zusammen mit Israel das Spiel von Opfern und Tätern. Mit stetig neu zu besetzenden Rollen.

 

Einer muss aufhören. Einer muss innehalten. Die vielen kleinen Initiativen, die es versucht haben, verhallen immer wieder. Sie scheinen nur ansatzweise gehört zu werden, bevor die Seiten wieder im alten Sumpf versinken. 

 

Was muss noch geschehen? Und - wie lange unterstützt die Welt noch, was dort geschieht? Ohne es zu wagen, den Mund aufzumachen? Wegen der Geschichte. Die UN-Resolution gegen die israelische Siedlungspolitik war ein Schritt. Von Einsicht, keine Spur. 

 

Israel - du brauchst mit den Finger nicht mehr auf Deutschland zu zeigen. Du bist selbst zu deinem eigenen Holocaust geworden, wenn du diesen Weg weiter gehst.

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