Geschmack, Eleganz und Chic

Frankreich lebt und flaniert

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Natürlich hat auch dieses Land mehr Facetten, als Ameisen in einem Bau zu finden sind, aber es hat auch diese prägenden Dinge, die sofort ins Auge fallen und alle Stereotype immer wieder neu prägen.

 

Es reicht, durch Paris zu schlendern, vorbei an den kleinen Straßencafés um diese federleichte und natürliche Eleganz des weiblichen Geschlechts zu bewundern. Sie haben ein Händchen für Bewegung. Sie haben ein Talent für Geschmack. Sie wissen sich so zu kleiden, das es immer irgendwie unglaublich schick ausschaut. Sie mögen unter Dreifachbelastung als Mutter, Hausfrau und Angestellte stöhnen - es ist ihnen partout nicht anzuschauen. Nein, sie flirten weiter mit zartem Wimpernschlag und gekonnt lasziven Gesten, als wäre es ihre zweite Haut. Vielleicht ist es einfach ihre zweite Haut, die sie gar nicht ablegen können? 

 

Genausowenig wie die Männer ihre schmachtenden Blicke und die gekonnte Lässigkeit. Jeder akzeptiert hier eine Rolle, die so eingemeißelt ist, das man nur schwer daraus entkommt. Wenn man denn wollte. Aber will hier wirklich irgend jemand? 

 

Möchte wirklich irgend jemand die Haute Cuisine über den Jordan schmeißen und nur noch McDonald hinterherrennen? Möchte irgend jemand dem Baguette lebewohl sagen oder der Mode den Abschiedsgrabgesang anstimmen? Nein, natürlich nicht. Die Franzosen lieben sich selbst. So hingebungsvoll und selbstvergessen und natürlich gnadenlos überzeugt von ihrer Grande Nation, das ihr kein Eklat das Wasser reichen kann. Ob Terroranschlag oder überfüllte Vorstädte. Ob Massenunruhen unter den afrikanisch-stämmigen Migranten oder den massiven Problemen bei allen Zuwanderern neueren Datums - Frankreich pflegt sein Image genauso wie die sein Gesicht beim morgendlich-weiblichem Make-up. 

 

Dabei ist es eigentlich eine unglaublich vielfältige Multikultigesellschaft geworden, was sich in jeder Stadt ablesen lässt. Nur - gleiche Chancen, die gibt es nicht. Ein echtes Konzept, wie sich das verändern könnte, auch nicht. Irgendwie bleibt die Elite unter sich, geschult an den stets gleichen Schulen, fast wie im bestgehassten Bruderland jenseits der Kanals. Unter sich bleiben damit auch die lukrativen Posten, die wie beim Monopolie im Bekanntenkreis hin- und hergeschoben werden. 

 

Hier spricht man die gleiche Sprache, die natürlich ebenfalls ein krasses Auswahlkriterium darstellt. Gerade weil Franzosen ihre Sprache so sehr in den Himmel heben. Ja, sie ist wundervoll, wirklich, wundervoll. Eine Sprache voller Klang und Gesang. Man kann sie nur lieben. Aber natürlich kann man sie nie, nie, nein, nieeeeeemals wirklich lernen. Die Finessen und Feinheiten der Grammatik lassen sich vielleicht mühsam erstoppeln, aber so flüssig daherparlieren, das können nur Muttersprachler aus den richtigen Kreisen. Gut, man kann es ja versuchen. So, wie es die Migranten auch tun. 

 

Und sich dabei bewußt sein, das trotz aller Herzlichkeit eine Kluft bleibt zwischen einem Franzosen und dem Rest der Welt. Ausländer sind willkommen, als Gäste und Bewunderer. Als Touristen und staunende Anbeter. Aber wirklich verstehen werden sie die Herrlichkeiten und feinen Nuancen dieser Kultur nie. Basta. Auch wenn dieses hochgelobte Frankreich selbst zusammengestoppelt wurde vor gar nicht allzulanger Zeit. Auch wenn sich die einzelnen Departements nur mühsam unter einem Herrscher gefunden habe und bis heute jederzeit rebellieren. Auch wenn dieses auf einen Mittelpunkt fokussierte Landeskonzept brüchig geworden ist. Frankreich ist und bleibt die Wiege von gutem Geschmack und Stil. Wer daran zweifelt, war noch nicht da oder hat keine Ahnung. Sagen zumindest die Franzosen. Und, wo sie Recht haben....

 

 

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