Vielfalt der Erde auf einer Insel

Traumpfade auf vulkanischem Boden

               Fotos: Claudi Huldi / pixelio.de

Das hier ist der Himmel. Geniales Klima, sonnig, freundliche Menschen. Ein bunter Mix verschiedenster Religionen und Kulturen, die friedlicher als sonst irgendwo auf der Erde zusammenleben und eine Landschaft, die mir den Atem raubt. Dazu wunderschöne Strände, Wale vor der Küste, mit denen man sogar schwimmen kann und aktive Vulkane zum Besteigen. Fehlt noch irgend etwas zum Glück? Für mich nicht.

 

Ich liebe es auf den Pfaden dieser Insel zu wandern, durch dichten Dschungel zu den wildesten Wasserfällen, vorbei an Orchideen und exotischen Blütenmeeren. Ich liebe die Ausblicke, die in jeder Ecke anders sind. Ich liebe dieses satte Grün. Und vor allem liebe ich Mafate. Diesen Talkessel mit seinen himmelhohen Wänden und Menschen, die es tatsächlich abgelehnt haben, eine Straße hier herunter zu bauen. Sie wollen die Stille behalten. Sie wollen nicht überrollt werden. Sie ziehen ihre Einsamkeit vor. Dafür könnte ich sie von oben bis unten "abknutschen". Endlich mal jemand mit Verstand auf dieser Welt. Endlich mal Menschen, die wissen, was wirklich wichtig ist. Unbezahlbar und niemals wiederbringbar, wenn das Rad sich einmal in die falsche Richtung gedreht hat.

 

Natürlich kommen dafür täglich Hubschrauber vorbeigeschrappt und machen auch ihren Lärm, aber das ist nichts zu dem, was eine Straße verursachen würde. Gar nichts. Ich habe immer wieder Menschen gesehen, die ihre Einkäufe tatsächlich noch auf dem eigenen Rücken in den Kessel bringen. Was locker 1-4 Tagesmärsche bedeutet - pro Weg wohlgemerkt. Und jeweils bis zu 1000 Höhenmeter. Das ganze wird lächelnd absolviert. Ich erinnere mich an diesen übers ganze Gesicht strahlenden älteren Mann, der an der kleinen Teebar im Dschungel seine Last absetzte und einen fröhlichen Small-Talk begann. Er ist glücklich, einfach glücklich, weil er am Leben ist. Und genau das hat er uns auch erzählt. Seine Augen strahlten. Er dankte Gott. Und ich war hin und weg.

 

Es sind so besondere Menschen auf diesem französischen Paradies im indischen Ozean. Kreolische Mischung, Musik, die zum Tanzen einlädt, der Duft der Vanille, wilde Brandung, Wasserfälle zum Baden und dazu die ständig aktive Feuerglut der Vulkane. Alles paar Monate ist der Piton de la Fournaise gesperrt, weil er mal wieder einen Schluckauf hat. Er ist einer der aktivsten Vulkane dieser Erde. Eine vollkommen andere Welt mitten im Mikrokosmos Réunion.

 

Ich glaube nicht, das ich jemals genug bekommen werde von diesem Fleckchen Erde. Von dieser herrlichen Sprachmischung aus Französisch und Kreol; von diesen herzlichen Menschen und von dem friedlichen Miteinander von Christen, Muslimen, Chinesen und Hindu. Es ist nicht alles perfekt, aber für mich weitaus perfekter als an den meisten anderen Orten dieser Erde.

 

Ja, es gibt auch hier Probleme. Große sogar. Armut. Hohe Arbeitslosigkeit. Abhängigkeit von Frankreich. Eine Zweiklassengesellschaft zwischen Einheimischen und Franzosen aus dem Mutterland. Extrem hohe Preise. Und ein Verharren in der Position eines Bittstellers. Das wirkliche eigene Selbstbewußtsein wird noch eine Weile mit der Entwicklung brauchen. Die wahren Schätze dieses Landes, dieser Welt wollen noch entdeckt werden. Ein Profil, das der Unverwechselbarkeit der Insel gerecht wird, lässt auf sich warten. Aber die Ideen sind schon am Sprießen. Die Kreativität ist da. Schlummernd, wartend. Vielleicht wird sie einmal genauso explodieren, wie der Vulkan. 

 

Ich jedenfalls habe eines meiner Traumziele gefunden. Und werde immer, immer, immer wiederkommen. Himmel - was bin ich jetzt froh, das ich auf dem französisch Lernen bestanden habe, auch ohne Unterstützung der Schule. Es gibt keinen schöneren Ort, als die weichen, singenden Laute zu geniessen! Und es gibt keinen schöneren Ort, an dem man in eiskalten Wasserfällen und zerklüfteten Bachschluchten baden kann. Und - wann kommst du?

Foto: Uschi Dreiucker / pixelio.de
Foto: Heike Würpel
Foto: Marco Schlüter / pixelio.de
Foto: Peter / pixelio.de
Foto: Andreas Hermsdorf / pixelio.de
Foto: Heike Würpel
Foto: Rainer Sturm / pixelio.de
Foto: Herbert Raschke / pixelio.de
Foto: Heike Würpel
Foto: Rolf Handke / pixelio.de
Foto: Susanne Richter / pixelio.de
Foto: roja48 / pixelio.de
Foto: Bernd Kasper / pixelio.de
Foto: Rudis-Fotoseite.de / pixelio.de
Foto: Peter A / pixelio.de
Foto: Carolin Daum / pixelio.de
Foto: Thomas Wiesendahl / pixelio.de
Foto: Uschi Dreiucker / pixelio.de
Foto: Bernd Kasper / pixelio.de
Foto: Gabi Schoenemann / pixelio.de
Foto: H.D. Volz - pixelio.de
Foto: hum / pixelio.de
Foto: Maren Beßler - pixelio.de
Foto: Rosel Eckstein / pixelio.de
Foto: Alexander Altmann / pixelio.de
Foto: Heike Würpel
Foto: Rainer Sturm / pixelio.de