Kongo

 David van Reybrouck

Ich habe schon eine Weile nach einem Buch gesucht, dass mir hilft, Afrika's gegenwärtige Entwicklung zu verstehen. Ein Buch, dass die Zusammenänge - alle Zusammenhänge zeigt und nichts auslässt. Ich kenne die endlosen Nachrichten von Gewalt, Völkermord, Chaos, wechselnden Diktatoren.

 

Der ganze Kontinent scheint ein Irrenhaus zu sein. Unverständlich. Wild. So, wie wir selbst auch einmal waren und in schön gestyltem Zivilisationskleid eigentlich immer noch sind.

 

David van Reybrouck nimmt kein Blatt vor den Mund. Seine über 600 Seiten umfassende Landes-Geschichte beginnt bei den Anfängen, die nirgendwo aufgeschrieben wurden. Und sie streift jede Zeit mit äußerster Präzision und Worten, die wirklich berühren. Zansibar's Sklavenhandel, europäische Entdeckungen, die Zeit als belgische Kolonie, der ungestüme Übergang in die Unabhängigkeit, Ruanda-Kriege, Chaos, erste Wahlen....

 

Das hier ist keine Ansammlung von Zahlen. Es ist lebendige Geschichte. Es sind Worte von Zeitzeugen. Und es sind Tatsachen hinter einem fast undurchschaubarem Gestrüpp von Kriegen, Völkermord und wechselnden "Landesherren".

 

Dieses Buch hält für mich letztlich der Welt einen Spiegel vor. Es zeigt uns eine Seite, die wir nur ungern näher betrachten wollen. Es zeigt uns unsere Gier mit der Jagd nach den Schätzen eines Landes, es zeigt uns unserer Arroganz und es zeigt uns unsere eigene Heuchelei, wenn es wirklich um Hilfe geht. Denn die ist niemals umsonst gewesen. Immer ist irgendein Interesse damit verbunden. Immer ist irgendein Geschäft im Spiel. Was bei dem Vorbild, das wir da abgeben, herauskommt, das sehen wir an so vielen Stellen dieser Welt. Es so direkt, ungeschminkt und klar präsentiert zu bekommen, dürfte ein echter Schock sein. Ein heilsamer Schock. In meinen Augen ist es eine Chance. 

 

Eine Chance für ein wirkliches, ehrliches Miteinander. Ohne Hintergedanken. In einer Welt.

 

ISBN: 978-3-518-42307-3

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