Handschlag mit dem Teufel

 Roméo Dallaire

Als Leiter der UN-Friedens-Mission in Ruanda erlebte Dallaire den Wahnsinn des Völkermordes und die Zerstrittenheit der westlichen Welt in Bezug auf eine mögliche Hilfe. Was er sah, fühlte und aushalten musste, ließ ihn fast zerbrechen. Sein Buch beschreibt detailliert und klar, was geschah. Es beschreibt damit vor allem, wie das Konkurrenzdenken und die Spekulation auf eigene mögliche Gewinne und Verluste jeder denkbaren echten Hilfe die Hände band. Es beschreibt die Wirklichkeit hinter den Kulissen der UNO, die Abhängigkeit von den Geberstaaten, das unglaubliche Geklüngel und politische Taktieren, die finanzielle Not und die Angst vor wirklichem Handeln.

 

Dieses Buch stellt allen "reichen" Ländern ein beschämendes Armutszeugnis aus. Es lässt unsere Medienbezogenheit genauso fraglich aussehen, wie unsere Lippenbekenntnisse. Es konfrontiert uns mit unserer eigenen Heuchelei und deutlichen Schattenseiten eines hemmungslosen Kapitalismus, der nichts anderes im Sinn hat als Gewinn um jeden Preis. Und es konfrontiert uns mit der Tatsache, dass unsere Regierungen in der Regel mehr darum bemüht sind, ihr eigenes Scherflein ins Trockene zu bringen, statt menschlich zu sein.

 

Und gleichzeitig erzählt das Buch die Geschichte eines in sich zutiefst verstrittenen Landes, dass seine Wunden und Narben unter einer dünnen Schicht von Vergessen und mühsam erhandelten Verträgen versteckt. Es erzählt die Geschichte von Menschen, die sich von ihren Medien und ihrer eigenen Angst so sehr manipulieren lassen, dass diese Schicht abbricht und mitten im Wahnsinn des Völkermordes endet. Es erzählt die Geschichte von Menschen, die zu Ungeheuern werden. 

 

Damit erzählte es die Geschichte von uns allen. Denn auch wenn wir so oft, etwas anderes von uns behaupten, die Trennung in unseren Köpfen ist noch lange nicht Geschichte. Sie ist lebendige und zerstörerische Gegenwart.

 

ISBN: 3-86150-724-2

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