Blond, Trampend, Vertrauensseelig

Mexiko für Unbedarfte

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Strohblond war ich, als mich ein Windhauch nach Cancún verschlagen hat. Ich weiß nicht mehr genau, was mich das Nur-Flugticket bei Ltur hat buchen lassen. Ich hatte im Grunde genommen keine Ahnung von dem Land. Aber irgendwie klang Cancún weit weg, aufregend, neu, abenteuerlich.

 

Ich landete gefühlt mitten in einer chaotischen, voll-touristisierten Variante der USA und wollte sofort wieder weg aus dieser Stadt. Dorthin, wo geheimnisvolle Maya-Pyramiden an karibischen Traumstränden warteten. Wo der Dschungel lockte und überwucherte Ruinen ihre Geschichten wisperten. Ich wollte die Vergangenheit, nicht diese blinkende, bunt-schreiende Variante einer Zukunft, die mich auf dem Absatz kehrmachen lässt. 

 

Túlum, Chichén Itzá, San Cristobal de la Casa. Das war mein Mexiko. Bunte Indio-Märkte, herzliche Frauen, leckeres Bohnen-Frühstück, endlose Busfahrten, Sonnenstich und ein Abend ganz ohne Touristen auf diesem wundervollen Gelände von Chichén Itzá. 

 

Ich habe gespürt, das dieses Land sowviel Geschichte beinhaltet, das es fast aus allen Nähten platzt. Geschichte, die auf der Weltkarte fast nicht existent ist. Wer weiß wirklich etwas von der Maya-Kultur? Wer kennt das Glaubensgerüst der Atzteken? Die Welt scheint weggewischt. Alles Fragmente, die ich aus Büchern sammeln konnte, vermitteln nur Bruchstücke eine unglaublich reichen Welt. Aber ich konnte sie fühlen, dort, allein. Nur fällt es mir so schwer, in Energien einzutauchen, wenn ich von ganzen Ameisenherden amerikanisch schnatternder und mühsam die Treppenstufen emporkrauchender Senioren umkreist werde. Mexiko ist nahe für sie, deshalb sind sie tatsächlich überall. 

 

Das nächste Problem war die Macho-Kultur. Ständig umherlaufen und das Hinterherpfeifen der Männer zu hören, pausenlose Anmachefeuer erleben - das verleidet den Spass an einer fremden Kultur ziemlich gründlich. Als Frau allein in Mexiko, das ist eine Herausforderung. Vor allem, wenn man neugierig,  blond, abenteuerlustig und noch wenig welterfahren ist, wie ich es damals war. 

 

Es hat mich abgeschreckt, aber die Lust auf dieses lebendige, pulsierende und ich glaube hochgradig unterschätzte Land, sie erwacht wieder. Diesmal allerdings mit offenen Augen und nicht so unfallmäßig stolpernd wie bei Versuch Nummer 1. 

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