Das große Loslassen

Am anderen Ende des Endes

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In Finnland gibt es einen Brauch. Hier wird das alte Jahr in Form von Treibholzfiguren verbrannt, noch bevor es Mitternacht schlägt. Ein großes Feuer, dem jeder Zuschauen kann. Ein gemeinsamer Abschied des Vergangenen, um Platz für das Neue zu schaffen. 2017 will gehen und jeder ist eingeladen, ihm das mitzugeben, was losgelassen werden möchte. Zettel können wir schreiben und in ein lustiges Vogelhäuschen packen, das ganz oben steht auf dem Gerüst, das eine Mauer darstellt. Eine Mauer mit Fenstern ins neue Jahr. 

 

Und das steht da bei mir:

 

Ich lasse das Alte Ich los, das Erwartungen hat, Rücksichtnahme und Mitgefühl fordert und am Boden zerstört ist, wenn ihr nichts davon entgegen kommt.

 

Ich lasse das Alte Ich los, das sich Menschen untergeordnet hat, ihren Wünschen, ihren Vorstellungen; das Ich, das gefallen wollte und geliebt werden und glaubte, sich dafür selbst verbiegen zu müssen. 

 

Ich lasse die Menschen los, die aus meinem Leben gehen wollen. Heimlich still oder laut und polternd. Ich lasse alle die los, die keine echten Freunde sind; alle, die mich für ihre Interessen benutzen und denen nichts an mir als Mensch liegt. 

 

Ich lasse die los, die gegangen sind. Dich Frank und dich Rudi. Lebt wohl, hier & in der anderen Welt. 

 

Ich lasse los, aber ich lasse meine Liebe nicht enden. 

 

Danke. Kiitos. Aho.

 

In vielen kleinen Minischritten habe ich dieses Loslassen schon geübt. Immer wieder. In den letzten Monaten. In den letzten Jahren. Aber jetzt kommt es so sehr auf den Punkt. Fokussiert. Konzentriert. Klar, das es wie eine Vollendung klingt. 

 

Und kaum brennt 2017 lichterloh, wende ich mich ab und gehe ein Stück abseits von dem Pulk der zuschauenden Menschen. Ich schaue in eine andere Richtung. Entgegengesetzt. Weil von dort das Neue kommen wird. Der Himmel fühlt sich lebendig an. Über den Wolken pulisert Polarlicht. Ich kann es nur ahnen. Und ich kann es nur sehen, weil ich weit genug weg stehe von der Glut des Vergehenden und dem Blitzen der Handykameras, die alles festhalten wollen. 

 

Zehn Minuten. Zwanzig Minuten. Ich schaue fasziniert, versunken nach oben und verstehe alles als deutliche Botschaft für die kommende Zeit. Ich werde die Wunder sehen. Ich werde die Schönheit sehen. Dort, wo keiner hinschaut. Ich werde abseits vom Trubel stehen, abgerückt, allein. Aber genau dadurch mitten in der Wirklichkeit, die für mich die einzig Wahre ist. Die Einzige, für und mit der ich leben möchte. Der Himmel umfängt mich mit seinen Geschenken. Noch mag das Nordlicht verdeckt sein, aber ich weiß, das es da ist. Ich sehe es. Ich kenne es. 

 

Und vielleicht, ganz vielleicht und irgendwann, schaut auch noch jemand anderes in meine Richtung. Irgendwann schaue ich dort nicht mehr allein in den Himmel. Und wenn es eine Ewigkeit dauert. Ich habe alle Zeit des Universums....

 

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