Übung macht den Meister

Die Folgen einer Entscheidung

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Ich hätte nichts dagegen, wenn es einfacher wäre, mit dem Loslassen. Gar nichts. Immer, wenn ich einen großen Schritt voran gehe, kommen all' die Teile in mir, die noch nicht so weit sind, in Bewegung und fordern ihr Recht. Lautstark. 

 

Es ist als würde mich mein eigenes Inneres testen. Mich durchschütteln, zusammenstauchen und genauestens untersuchen, ob ich wirklich - also ganz wirklich, dabei bleibe. Ob meine Entscheidung Hand und Fuß hat. Ob ich standhaft genug bin oder umkippe. Zurückweiche. Flüchte. Mich in die Vergangenheit fallen lasse oder tatsächlich weiter gehe. 

 

Da braucht es keinen Mut. Darum geht es nicht. Nicht zuerst. Klarheit braucht es. Durchblick. Einen inneren Kompass, der unbeirrbar weiter nach Norden zeigt, egal, welches Chaos auch in mir toben mag. Egal, ob die alte Heike Amok läuft und unbedingt zurückrasen will. Es braucht das Wissen, das nur dort vorn am Horizont das Licht scheint und hinter mir nur Dunkelheit wartet. Endlose Spiralen der Selbstzerfleischung, in die ich nicht wieder zurückkehren möchte. 

 

Ich muss weitergehen. Allein. Keine Hand. Keine Schulter zum Anlehnen. Kein Mann an meiner Seite. Kein Trost. Ich bin der Trost. Ich bin die Hoffnung. Ich bin die Hand. Ich bin meine eigene Stütze. Schwieriger geht es nicht. Aber es ist der einzige Weg, der in die Freiheit führt. Es ist mein Weg der Liebe. Auch wenn es nach dem blanken Gegenteil klingt. 

 

Was immer mir die Welt ins Ohr säuselt, ich glaube ihr kein Wort mehr. Ich spüre die Lügen, das Einlullen, die Entmächtigung. Ich fühle, die Wirkungen, die mich in eine vollkommen falsche Richtung zerren wollen. Nein, dorthin geht es nicht für mich. 

 

Ein Lächeln taucht auf meinem Gesicht auf - langsam wächst es, in diesem Monat, der so voller Kampf ist. Kampf um das neue Sein, das mit dem Jahreswechsel geboren wurde. Es ist ein Lächeln der Gewissheit. Zelle um Zelle erneuert sich. Stück für Stück werde ich zu der, dich ich am 31. Dezember beschlossen habe, zu sein. Alles fließt aus mir heraus, das nicht mehr zu mir gehört. Heftig. Und unglaublich erleichternd. 

 

Wieder das Lächeln. Wieder dieses Gefühl das mein Weg stimmt. Dort geht es entlang. Ich fühle den Regenbogen. Ich sehe die Sonne am Himmel. Die Dunkelheit dämmert weg und macht langsam, unendlich langsam einem Morgen Platz, der mit seinem Rot alles verzaubert. 

 

 

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