Zeze

Es tut gut, die Glut des Feuers zu fühlen.

Doch meine Seele hat Durst nach Wasser.

Es tut gut, die Glut deines Herzens zu sehen.

Doch du bist ein Eroberer 

und ich

die endlose Weite des Horizonts.

 

Du kannst nur in mir versinken,

mich niemals besitzen.

Du brauchst eine Trophäe,

ich - ein Gegenüber.

Ich suche nicht mehr nach einem Helden.

Es gibt keinen Thron mehr, 

der besetzt werden müsste.

Ich suche keinen heißen Liebhaber

und keinen exotischen Sex.

 

Ich suche einen Seelenbruder,

gereift durch die Stürme vieler Leben.

Ich suche den Mann,

der die Tiefe des Meeres nicht fürchtet.

 

Ja, es tut gut, 

in deine schönen, braunen Augen zu schauen

und 

den süßen Worten zu lauschen.

Doch nichts davon kann meine Sehnsucht stillen.

 

Die Sehnsucht nach der Einheit zweiter Herzen.

Nach wortlosem Verstehen.

Nach dem Tanz zweier Seelen,

die still in sich selbst ruhen.

Wissend. Liebend. Ganz.

Zeze. Ja. Zeze. Auf den Kapverden begegnet mit die pure Sexualität wieder. Nach langer, langer Pause. In Form dieses feurigen Mannes, der mitten im Vulkankrater lebt. Pure Anmache. Schöne Worte. Tiefe Augen. Doch in mir bleibt es unberührt. Ich spüre genau, wie stark hier der Wettbewerb der Männer ist. Ich sehe das triumphierende Gesicht, als wir miteinander tanzen. Und löse mich innerlich Stück für Stück mehr, noch bevor irgend etwas beginnen konnte. 

 

Aber das Thema beschäftigt mich zutiefst. Meine Loslösung von "meinem Mann" ist sehr viel langwieriger, als gedacht. Weil die Verbindung auch sehr viel tiefer liegt, als nur in diesem Leben. Weil sie - wie ich jetzt weiß - auch sehr viel weiter reicht als all die Erdenleben. Ich weiß bis jetzt noch nicht, wie ich damit umgehen soll, das hier jeder seiner eigenen Wege geht Seine Beziehungen lebt. Getrennt. Mit anderen Menschen. Ich spüre den Verlust noch immer. Auch wenn ich irgendwo auch ahne, das es wichtig ist, andere Erfahrungen zu machen. Weil wir dafür hierher gekommen sind. Aber in mir hält weiterhin etwas fest an der Tiefe der Seelen. Wie kann ich in eine andere Verbindung gehen, wenn ich das einmal erlebt habe?

 

Mit Zeze wird mir klar, das keine Männlichkeit in Urform ein Ersatz dafür sein kann, was ich geteilt habe. Egal wie genial der Sex, der mir hier zuwinkt auch hätte sein können, er würde mich nicht mehr befriedigen. Ich brauche etwas ganz anderes, als mir die Männer dieser Insel schenken könnten. Ich brauche den Gleichklang der Seele. Ich brauche echte Verbindung, keine Akrobatik im Bett. Ich brauche keine heiße Glut und keine Schwüre. Ich brauche nur Tiefe. Wirkliche Tiefe. Offenheit. Und Reife. Nichts davon gibt es hier. Es tut mir leid. Für dich, Zeze. Weil ich weiß, das du ein ehrliches Herz hast und alles schenkst, was du bist. Nur, ich bin anders. Auch, wenn ich jetzt mit dir tanze, ändert das nichts daran, das ich sehr wohl unsere Verschiedenheit wahrnehme. Sie schreit mich geradezu an und lässt mich sehr vorsichtige Schritte gehen. Weg. Von dir. Weg von hier. Hin zu mir selbst.

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