Stopp im vollen Lauf

Innehalten, Lauschen, Stille

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Meine Knie haben mir gezeigt, das es Zeit ist innezuhalten. Auch wenn es bedeutet, mitten in der Hochsaison einen Vollstopp zu machen. So abrupt und vollständig, wie ich es nie gewagt hätte, würden sie mich nicht dazu zwingen.

 

Es ist mir nicht leichtgefallen, es war ein wahnsinniger innerer Kampf, in dem sich die Angst um fehlendes Einkommen, der Wirkung nach Außen und die Angst um meine Gesundheit zu einem fast unlösbaren gordischen Knoten verwoben haben. Am Ende hat die Liebe zu mir und meiner Gesundheit gesiegt. Gott sei Dank. Die Entscheidung ist richtig. Sie gibt mir die Zeit, die ich dringend brauche, um auf das zu hören, was mir mein Körper, mein Verstand und mein Herz mit seit Monaten versucht, zu vermitteln. Ich habe es gehört, ich wußte, es ist da, aber ich habe an einem bestimmten Punkt immer wieder aufgehört, mit dem Zuhören. Weil - da war zu viel zu tun und zu erledigen. Und vielleicht war es auch einfach zu schmerzhaft. Aber meine Seele lässt sich nicht hinhalten. Sie will, das ich anders weitergehe. 

 

Das Tempo, mit dem diese Welt unterwegs ist, ist mörderisch. In jeder nur denkbaren Beziehung. Sie strahlt auf alles aus. Auch auf den Urlaub. Es ist unendlich schwer geworden, das in eine andere Bahn zu lenken, was da an Erwartungen und "mehr, mehr, mehr - alles, alles, alles" auf mich einstürmt. Im Angesicht einer spürbar, sichtbar und kaum noch ignorierbar zusammenbrechenden Welt scheinen sehr, sehr Viele auf einen Modus geschaltet haben, der verzweifelt versucht, fieberhaft alle Eindrücke, Schätze und Schönheit einzufangen, wie in Ertrinkender. Und zwar - alle auf einmal. Möglichst schnell, möglichst umfassend und möglichst gleichzeitig. Nur keine Zeit verlieren, nur keinen Moment vergeuden. 

 

Doch - das funktioniert nicht. Das funktioniert überhaupt nicht. Ich habe versucht dagegen zu steuern. Dann habe ich versucht, zu helfen, um die Wünsche zu erfüllen, die ich so laut höre, auch wenn keiner davon ausgesprochen wird. Nichts davon hat geholfen. Es hat mich nur direkt an meine Grenzen geführt und weit darüber hinaus.

 

Dort kann ich nicht weitergehen. Und ich will es auch nicht. Ich muss einen Weg finden, den niemand geht. Den noch niemand gegangen ist. Einen Weg, der steiniger ist, als alle diese steilen Gipfel, die ich schon bestiegen habe. Einen Weg, direkt aus meinem Herzen in die Herzen der Menschen. 

 

Einen Weg aus Liebe. Das ist die Sprache, die ich spreche, fließend, wie keine andere. Eine Sprache, die berührt und die vertraut. Eine Sprache der puren Intuition.

 

Ich bin mitten in einer tiefen Transformation. In einem Übergang, auf den ich, glaube ich, seit Jahrhunderten und vielen Leben zugesteuert bin. Den Übergang, bei dem ich für mich selbst stehe. Aufrecht. Kraftvoll. Klar. Ohne Zweifel an der Liebe. Ohne Zweifel an meinem Herzen. Und ohne jeden Zweifel an meinem Weg. 

 

In diesen nächsten Wochen der Stille kann ich lauschen, wie dieser Weg genau aussehen kann. Ich kann mir die Zeit nehmen, die es braucht, um aus den Botschaften aus meinem Inneren einen Weg im Äußeren zu gestalten. Schritt für Schritt.

 

Es ist unbekanntes Terrain. Ein Berg, der noch nicht bestiegen wurde. Ein Weg, der noch nie gegangen wurde. Ein Weg in dein Herz.

 

 

 

 

 

 

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