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Ein Paradies? Ja, ein Paradies. Sehnsuchtsziel so Vieler. Doch es ist ein Paradies mit Ecken und Kanten. Die unberührte Natur - es gibt sie. Es gibt diese wundervollen uralten Bäume, die über ihrer Borke eine dicke Haut aus Moosen versammelt haben, in denen meine Arme bis zum Ellenbogen einsinken, bis ich überhaupt den Baum berühre. Es gibt die endlosen weiten Strände, an denen das Meer voller ungefesselter Wildheit tobt. Es gibt die Wälder, in denen scheinbar noch nie ein Mensch jemals seinen Fuß gesetzt hat. Das alles ist da.

 

Doch es ist eine fragile Natur in einem Gleichgewicht, das, besonders die Europäer sehr schnell an vielen Stellen aus der Bahn geworfen haben. Und sie haben bis heute nicht aufgehört. Ich denke an die langjährige Verwendung von Giften, die weltweit bereits verboten waren, um unerwünschte Pflanzen zu entfernen. Ich denke an abgeholzte Berghänge auf der Südinsel, die keine Spure von nachhaltiger oder sanfter Forstwirtschaft erkennen lassen. Ich denke an ungebremste Touristenströme, die sich über beide Inseln ziehen und die aus dem stillen Sein mit der Natur ein Laufen im Mahlstrom schwatzender Menschen macht. Ich denke an die vielen Schafe und die dazu gehörigen Zäune, die das Land fein säuberlich teilen. Es ist beispielweise praktisch unmöglich jenseits der Nationalparks wild zu campen, weil überall Schafzäune sind. Das habe ich bei meiner Fahrradtour durch das Land immer wieder erlebt. 

 

Vieles ist den Neuseeländern bewußt. Vieles nicht. Vieles kommt auch einfach gar nicht zum Tragen oder wird publik, weil hier einfach so wenige Menschen auf so weitem Raum leben. Oder weil es der Wind ganz schnell auf das Meer hinausweht, wo es scheinbar unbemerkt verschwindet. 

 

Doch, es verschwindet nicht. Die ökologischen Probleme - sie sind auch in Neuseeland angekommen. In den Hochglanzbroschüren liest man davon allerdings nichts. Doch ich finde, es ist Zeit für einen differenzierteren Blick. Einen Blick, der bewußt macht, das wir alle sehr wohl direkt zusammenhängen. Und das die Folgen unseren Seins auch im Paradies sichtbar sind. 

 

Nichtsdestotrotz liebe auch ich diese unglaubliche Schönheit. Ich liebe die Vielfalt der Landschafts- und Vegetationsformen auf engstem Raum. Ich liebe die Kraft und die Energie von Wäldern und Stränden. Ich habe hier unglaublich tiefe Erfahrungen gemacht und mein Herz ist auch in Neuseeland wirklich zu Hause.

 

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